Auf nach Mai Chau, oder besser gesagt in den kleinen Ort Pom Coong. Dort haben die Bewohner, die großteils Minderheiten angehören und weder englisch noch vietnamesisch sprechen, ein Village von Homestays aufgebaut. 

Schon auf der Fahrt geht es ordentlich zur Sache. Im Bus mit 25 Sitzplätzen stapeln sich 40 Leute, dazu noch das ganze Gepäck. Und zu allem Überfluss wird der Bus auch noch genutzt um sperrige Gegenstände von A nach B zu transportieren.

Eingequetscht geht es durch den chaotischen Verkehr auf Vietnams Straßen, vorbei an Reisfeldern, Mandarinen- und Zuckerrohrplantagen. Samstag scheint in Vietnam Scooter-Waschtag zu sein und am Straßenrand wird überall Obst aus der Region verkauft.

So freuen wir uns, dass wir in Mai Chau endlich mal wieder unsere Glieder von uns strecken können. Es ist bereits dunkel so machen wir uns auf den Weg zum Homestay, das wir im Vorfeld reserviert haben. Am Straßenrand steht eine nette Dame und winkt uns hinein. Leider versteht sie kein Englisch und versucht mit dem Übersetzer auf dem Handy mit uns zu kommunizieren. Komischerweise benötigt sie unseren Reisepass für den Check-In gar nicht. So richten wir unser Nachtlager in einer geräumigen Bambus-Hütte ein. Recht urig. Unter das bestehende Mückennetz hängen wir noch unser eigenes über eine Konstruktion aus Matratzen und Rücksäcken. 

Dann gibt es auch schon Dinner. Gut und mehr als reichlich. Beim Bier danach checken wir nochmals die Buchung und stellen entsetzt fest, dass wir im falschen Homestay sind. Wir haben nicht auf das Schild am Eingang geachtet und die mangelnden Sprachkenntnisse taten ihr übriges. Egal, wir legen uns schlafen. Wobei schlafen übertrieben formuliert ist, denn durch die Hütte zieht ein eisiger Wind, die Wände krachen, als würden sie gleich einstürzen und Tiere und Ungeziefer könnte auch ungehindert ein- und ausspatzieren. 

Deshalb beschließen wir morgens noch vor dem Frühstück, noch am selben Tag abzureisen und nicht wie geplant zwei Nächte zu bleiben. Dank Übersetzer-App schaffen wir es, den Bus für die Rückfahrt reservieren zu lassen.