Am zweiten Tag in Hoi An keine Wetterbesserung in Sicht. Wir wollen das beste daraus machen, leihen wir uns von unserem Gastgeber zwei Fahrräder und radeln damit zum Strand. Zum Glück ist die Straße eben und der Strand nicht allzu weit entfernt. Die Räder klappern und wackeln nämlich ganz schön. Dort essen wir in einer kleinen Strandbar zu Mittag und genehmigen uns dazu eine Kokosnuss.

Und tatsächlich dauert es nicht lange, bis sich die Wolken verziehen und die Sonne zum Vorschein kommt. Zeit für einen Strandspaziergang. Nicht der schönste Strand, den ich je gesehen habe, aber wir genießen jetzt erstmal die wärmenden Sonnenstrahlen auf unserer Haut. Die als Weihnachtsmann verkleideten Menschen erinnern uns dann wieder, dass Heiligabend ist. 

Abends machen wir uns wieder auf den Weg in die Altstadt. Von Besinnlichkeit und Stille ist aber wenig  zu spüren. Roller stauen sich auf den Straßen und hupen. Teilweise sitzen ganze Familien drauf und holen sich an den Städten am Straßenrand Weihnachtsmann-Luftballons und -Kostüme. Von der katholischen Kathedrale tönt laute Musik, als wäre gerade ein Festival im Gange. Das kennen wir zuhause anders, aber wir sind ja hier, um fremde Kulturen zu erleben.

Als wir den Parcours geschafft haben, suchen wir uns ein nettes Restaurant für unser Heiligabend Dinner. Zur Feier des Tages gönnen uns ein schickes Essen im Little Faifo. Ein feuchtes Tuch, um sich vor dem Essen die Hände abzuwischen, die Serviette wird uns fein säuberlich auf den Schoß gelegt. Das Bier (zu so einem Mahl hätte es eigentlich ein gutes Glas Wein sein können) wird von zwei Kellnerinnen synchron am Tisch ausfgeschenkt. Die Hauptspeise ist schon sehr lecker, wird aber vom Nachtisch übertrumpft. 

Nach dem Essen ein kleiner Veradauungsspatzziergang zum Fluss. Auf der anderen Seite der bunt leuchtenden Brücke erwarten wir das selbe Bild. Gemütlich dahin schlendernde Menschen umgeben von Lichterketten und Laternen. Aber weit gefehlt. Es leutchtet zwar aus allen Richtungen, aber nur wenige Meter weiter ertönt laute Partymusik. Die Bars sind voll und auch auf der Straße davor feiert die Menge. Wir setzen uns ins Freaky Monkey, wo es ein kleines bisschen gemütlicher her geht. “Party all night, sleep all day“ lautet deren Motto. Wir gönnen uns einen Cocktail und beobachten das bunte Treiben. Auch so kann man Weihnachten feiern. Andere Länder, andere Sitten und wir passen uns dem gerne an.