Am ersten Weihnachtsfeiertag kommen wir sehr schwer aus den Federn. Nach einem italienischen Kaffee nach vietnamesischer Art flanieren wir die Straßen entlang auf der Suche nach einem Restaurant zum Mittagessen (eher Nachmittagsessen). Wir finden einen kleinen Italiener, einen Mailänder genauer gesagt. Er freut sich sichtlich, wiedermal italienisch sprechen zu können. Die Pizza macht er frisch und sie schmeckt, hätte aber noch eine Minute mehr im Ofen vertragen. Deshalb liegt sie uns auch später schwer im Magen, sodass wir auf das Abendessen verzichten.

Wir machen uns auf den Weg zum Thu Bôn River. Lichterketten und leuchtende Laternen überall. Im Fluss liegen kleine Ruderboote für eine romantische Bootsfahrt bereit, meist von älteren Damen “angetrieben“, denen man das Rudern nicht mehr zutrauen würde. Andere sitzen am Ufer und verkaufen Kerzen, die man auf einem Papierschiffchen ins Wasser legen kann. Das soll Glück bringen. Jedenfalls sieht es schön aus.

Über die Japanische Brücke, vorbei an den typischen Kleidungs- und Souvenierläden und Schneidern zieht uns der Klang der Musik wieder ins Partyviertel. Dort steht eine Bühne, wo zwei einheimische Künstler ihren Gesang zum Besten geben. Das gehört wohl zum New Years Festival, das hier zwischen 24. Dezember und 3. Januar stattfindet.

Die Musik ist etwas gewöhnungsbedürftig und laut. Vorbei an der Funky Monkey Bar, wo wir am Vortag waren, erkennt uns freundliche Kellnerin wieder und lockt mit der Happy Hour. Wir sind die ersten Gäste in der Bar. Nach 1-2 Cocktails zum halben Preis füllt sich das Lokal und es gesellen sich drei Holländer an den Tisch neben uns, der Vater und seine beiden Söhne. Wir kommen schnell ins Gespräch. Später kommen auch noch zwei Damen dazu, Bekanntschaften der Männerrunde. Wir verbringen einen sehr lustigen Abend.

Auf den halbstündigen Fußmarsch zum Homestay bei Regen fehlt uns die Lust, so lassen wir uns von einem Rollertaxi bringen. Wir setzen uns zu zweit zum Fahrer auf das Moped und merken bald, dass dieser keine Ahnung hat, wo unser Homestay liegt. Durchnässt von der aufregenden Fahrt schaffen wir es dann doch zum Homestay und ins Bett.