Nach einer langen Anreise von Vietnam nach Thailand checken wir im Me-U Hostel in Chiang Mai ein. Raus auf die Straße der ca. 135.000 Einwohner-Stadt und erstmal die Gegend erkunden. Nur 50 Meter vom Hostel verlaufen Wassergraben und die alte Stadtbefestigung aus dem 13. Jahrhundert. Es ist überraschend wenig Verkehr und kaum jemand hupt. Aber Achtung, Linksverkehr. Daran muss man sich beim Straße überqueren erst gewöhnen. 

Die Taxis sehen aus wie alte Feuerwehrautos. Rote Pickups mit Aufbau auf der Ladefläche, darin längs zwei Bänke. Ansonsten gibt es wahlweise auch motorisierte Tuk Tuks oder Motorräder mit überdachtem Beiwagen. Die meisten davon drehen gemütlich ihre Runden, aber immer wieder mal eines brischt mit Karacho die Straße entlang und bringt beim Bremsen die Reifen zum Quietschen. 

Was gibt’s in der Stadt sonst noch zu sehen? Jede Menge Tattoo Studios, wo teilweise mit angespitzten Bambusrohren gestochen wird. Ein Massagesalon nach dem anderen und natürlich Tempel. Chiang Mai ist voll von Tempeln. Spaziert man bei einem hinaus, steht man auch schon vor dem nächsten. Einige davon schauen wir uns an, wie es sich gehört in langen Hosen, schulterbedeckt und die Schuhe vor dem Eingang ausgezogen. 

Eine der schönsten Tempelanlagen steht etwas außerhalb der Stadt auf einem Hügel, der What Phra That Doi Suthep. Um dort hin zu kommen, leihen wir uns am letzten Tag in Chiang Mai einen Scooter und versuchen uns im Linksverkehr. Zum Glück ist es für mich nicht das erste Mal. Auf dem Weg dorthin machen wir beim Chiang Mai Zoo halt. Den Zwischenstopp hätten wir uns lieber erspart, denn die Tiere sind teilweise in viel zu kleinen Käfigen eingesperrt. Sie müssen unter Drogen gesetzt sein, so träge liegen sie herum. Traurig, das ansehen zu müssen. Und das in einer Stadt mit vielen vegetarischen und veganen Restaurants und Hippie-mäßigem Ambiente. Das passt nicht.

Deshalb fahren wir mit unserem 125ccm Motorroller den Berg hoch bis zur Tempelanlage. Ganz schön viel Verkehr auf der Bergstraße, aber das Fahren macht Spaß. Dann erwartet uns ein schweißtreibender Aufstieg über 300 Stufen. Einige keuchen ziemlich ordentlich. 

Am Gipfel präsentiert sich uns der schönste Tempel, den wir in Chiang Mai gesehen haben. Alles glänzt in Gold, auch der berühmte Chedi. Um ihn herum kreisen betende Buddhisten mit einer Blume in den Händen. Oder sie zünden eine Kerze an und beten davor kniend. Alle sind sehr in sich gekehrt. Eine besonnene Atmosphäre, die zum Nachdenken anregt. Nach einem Snack machen wir uns auf den Rückweg.

Kurzer Abstecher ins Hostel, dann fahren wir auf die andere Seite der Stadt, wo abends mehr los sein soll. Die vielen Einbahnstraßen sind ganz schön verwirrend. Nach dem Abendessen suchen wir eine Bar, in der eine besondere Show bewundert werden kann. Doch auf dem Platz davor ist ein Boxring aufgebaut. Der Eintrittspreis für den Thai Boxkampf ist uns dann aber doch zu happig und wir finden keinen anderen Weg in die Bar. Da die Getränkepreise in den umliegenden Bars auch nicht ohne sind, fahren wir zurück ins Me-U Hostel und gönnen uns da ein Feierabendbier. Dort lernen wir auch gleich neue Leute aus Bangkok, Holland und Kanada kennen, mit denen wir einen lustigen Abend verbringen. Und wir lernen sogar ein paar Wörter Thai. Khop khun & laa kon.