Von der Fahrt nach Pai, nordwestlich von Chiang Mai, haben wir schon viel gehört. Das Rasen der Busfahrer und die vielen Kurven haben wohl schon den ein oder anderen schlecht werden lassen. Aber wir haben die Fahrt gut überstanden. Da war der Fußmarsch den Hügel hinauf zum Chilling Hill Guesthouse schlimmer. Dort erwarten uns kleine Bungalows, eine Bar und eine große Terrassenlandschaft aus Bambus. Dazwischen stehen Palmen und Bambusrohre, richtig urig.

Um den Fußweg nicht nochmals bewältigen zu müssen, lassen wir uns einen Motorroller bringen. Damit fahren wir zur Walking Street ins Zentrum von Pai. Dort gibt es jede Menge tolle Läden und Verkausfsstände mit Kleidung und handgemachtem Schmuck. Alles ist schön bunt, genau wie die Menschen hier. Dazwischen gibt es natürlich auch allerlei Streetfood und Tee, der aus Bambusrohren getrunken wird. Wunderschönes Städtchen mit chilligem Ambiente. Auf dem Heimweg suchen wir noch eine Tankstelle, denn das Motorrad wurde uns mit leerem Tank übergeben. Da wir keine finden und uns unser Navi im Handy im Stich lässt, wollen wir doch zum Hostel hoch fahren und am nächsten Tag auftanken. Da macht das Fahrzeug aber nicht mit. Auf halber Strecke geht der Motor aus und wir dürfen den Rest schieben.

Und damit nicht genug. Kaum ins Bett gelegt, wehren sich unsere Körper gegen etwas. Wir haben wohl etwas schlechtes gegessen. Erst zwei Tage später geht’s bei mir wieder einigermaßen. Ich schwinge mich auf den Motorroller und schaue mir einige Attraktionen südlich von Pai an. Zuerst die World War 2 Memorial Bridge. Von da nicht weit liegt der Pai Canyon. Schon beeindruckend, welch außergewöhnliche Landschaft die Natur entstehen lassen kann. Es ist Mittag und die Sonne brennt herab. Deshalb halte ich mich da auch nicht länger auf. 

Etwas weiter nördlich liegt der Land Split, wo sich 2011 plötzlich ein metertiefer Graben aufgetan hat. Nächste Station ist die Bamboo Bridge, eine etwa 2km lange Bambusbrücke, die auf einem Meter Höhe über die Reisfelder schwebt. Bei jedem Schritt knirscht sie, aber es macht Laune, darauf lang zu laufen. Man hat einen tollen Blick über die Reisfelder und die Wasserbüffel, die sich in einem Tümpel Erfrischung holen. 

Die hole ich im Anschluss daran auch, und zwar beim Pam Bok Wasserfall. Leider habe ich die Badehose nicht dabei, sodass das Abkühlen der Füße reichen muss. Auf dem Rückweg zum Chilling Hill Guesthouse mache ich noch in einer Bar auf einem kleinen Hügel halt. Auf der Terrasse hängen gemütliche Hängesessel von der Decke und ich genieße den Ausblick über das grüne Tal. 

Schade, dass wir die Zeit in Pai nicht besser nutzen konnten. Die Gesundheit hat leider nicht so ganz mitgespielt. Denn dieses idyllische Städtchen hätte noch so einiges zu bieten.