Den folgenden Tag verbringe ich am Strand, wo ich mit meinen “Handtuchnachbarn“ aus London ins Gespräch komme. Gegen Abend hat einer von ihnen den genialen Einfall, einen Ball zu kaufen, damit wir kicken können. Das erste Mal nach zwei Monaten habe ich wieder einen Ball am Fuß. Ein tolles Gefühl.

Doch damit ist der Fußball-Hunger noch nicht gestillt. Wir verabreden uns für später zum Fußball schauen in einer Bar, doch sie erscheinen nicht. So schaue ich eben mit einigen Deutschen die Spiele der Bundesliga.

Die beiden Londoner treffe ich am nächsten Tag wieder am Strand. Sie wären nach dem Abendessen eingeschlafen. Es ist glühend heiß in der Sonne, deshalb suchen wir ein schattiges Plätzchen in einer Strandbar und genehmigen uns einen erfrischenden Sangria. Wieder wollen wir gemeinsam Fußball schauen, aber dieses Mal zeigen sie kein interessantes Spiel in der Bar. Es bleibt also beim abhängen, quatschen und Feuershow schauen.

Am nächsten Morgen gönne ich mir ein köstliches Frühstück im Baia Burger Concept Koh Tao. Power-Pancakes mit hausgemachtem Joghurt und frischen Früchten. Danach bin ich vollkommen satt, glücklich und gut vorbereitet auf mein erstes Muay Thai Boxtraining.

In der Boxschule Island Muay Thai finden täglich zwei Gruppentrainings statt, wo jeder blutige Anfänger mal hineinschnuppern kann. Insgesamt sind wir zu zehnt und trainieren mit drei Coaches.

Ausgiebige Dehnübungen, Seilspringen zum Warmmachen, dann läuft der Schweiß auch schon. Dann geht’s für die Anfänger an die Grundtechniken; fester Stand, Schrittfolgen, Kicks und verschiedene Faustschläge. Das ganze dann abwechselnd gegen unseren Coach, der dafür seine gepolsterten Arme hinhält. 3-4 Minuten lang höchste Intensität. Wir kommen ganz schön ins Pusten. Die übrigen Athleten üben sich derweil am Boxsack. Inzwischen wird immer wieder mal eine Serie Liegestütze eingelegt und am Ende noch etwas für’s Sixpack. Richtig anstrengend, auch wenn man relativ fit ist, wie ich. Aber es hat tierisch Spaß gemacht und gibt einem ein gutes Gefühl es geschafft zu haben. Das nächste Training folgt bestimmt.

Aber erstmal müssen die Energiereserven wieder aufgefüllt werden. Ich gehe wieder ins BBC, wo es die besten Burger geben soll. Und ich kriege tatsächlich einen der besten Burger serviert, den ich bisher hatte. Dazu ein Tuatara Pale Ale aus Neuseeland. Beides nicht gerade günstig, aber das Geld auf jeden Fall wert.

Danach beobachte ich noch etwas das Geschehen im kleinen, feinen Laden. Einfach, aber absolut stimmig eingerichtet, einige tolle Details, nach vorne hin offen. Man sitzt hier gut und gerne auch länger. Ich bemerke schnell, dass hier drei “Restaurant-Retter“ am Werk sind. Wir kommen ins Gespräch und sie erzählen mir von ihrem Vorhaben, den Laden auf Vordermann zu bringen. Köche aus Hamburg, einer von ihnen mit italienischer Mutter. Man versteht sich also.

Trotzdem beschäftigt mich nachts wohl etwas. Ich mache kein Auge zu. Egal, 7 Uhr aufstehen und auf zum Boxtraining. Dieses Mal sind wir nur zu viert. Gleicher Ablauf, jedoch kommen Ellbogenschläge und Knietritte dazu. Jetzt wird es ganz schön tricky mit den ganzen verschiedenen Ansagen vom Coach in gebrochenem Englisch. Und schon genauso heiß wie tags zuvor. Macht aber richtig Laune und ist eine tolle Erfahrung und gute Abwechslung zum Sonnetanken am Strand.

Zum Mittagessen geht’s wieder ins BBC. Bei der Hitze reicht heute aber ein Mini Burger, der ist genauso lecker. Den Rest des Tages, bis meine Fähre am Abend am Hafen ablegt, verbringe ich in meinem neuen Lieblingsburgerladen oder schlendere ich durch die Straßen, immer auf der Suche nach einem schattigen Plätzchen.