Am Abend nehme ich die Nacht-Fähre von Koh Tao nach Suratthani. Früh morgens geht’s dann per Bus nach Georgetown, Penang Island. Am Grenzübergang zwischen Thailand und Malaysia sind wir in einer Minute durch. Ausreise aus Thailand, Stempel im Reisepass, Einreise in Malaysia, Stempel. Und schon darf ich mich für 90 Tage im Land aufhalten.

Ich komme im Heritage Sixteen unter, mitten im historische Zentrum Georgetowns. Vor dem Hostel wartet schon eine große Auswahl an Street Food. Dafür ist Georgetown bekannt, durch seine Einflüsse allerlei Küchen aus der Zeit des Kolonialismus. Diesen sieht man auch in der Bauweise wieder. Die niedrigen, bunten und verschnörkelten Häuser gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO und erinnern mich stark an das traditionelle Kuba.

Eine weitere Besonderheit, neben der herausragenden Straßenküche, ist die Straßenkunst. An jeder Ecke finden sich bunte Graffiti oder Skulpturen aus Metall.

Diese schaue ich mir am nächsten Tag auf einem kleinen Stadtrundgang an. Keine 10 Meter und schon schaut dich das nächste Kind von einer Hauswand herunter an. Mit den kleinen Häuser in verschiedenen Farben ergibt sich ein tolles Ambiente. Bars und Restaurants haben die künstlerische Ader ebenfalls verinnerlicht und sind großteils bis ins kleinste Detail gestylt.

Das einzige, das die Stimmung etwas dämpft, ist die herrschende Hitze. Nicht einmal die Brise am Meer tut dieser einen Abbruch. Versucht man es eben in der Höhe. Bei seiner Fertigstellung vor etwa 40 Jahren war das Komtar Buildung das höchste Gebäude Asiens. Das zeugt von der damaligen Stellung Penangs als Tor vom Westen nach Südostasien. Im 65. Geschoss des höchsten Gebäudes Penangs befindet sich eine 360° Aussichtsplattform sowie ein Skywalk. Dabei kann man außen an der Fassade entlanglaufen und über dem Abgrund hängen. Adrenalin pur!

Erst später wurden drei Stockwerke draufgebaut, sodass man auf 232 Meter Höhe kommt. Im 68. Stock befindet sich jetzt die Skybar The Top mit einer großen Terrasse und dem Rainbow Skywalk. Dabei läuft man einen Bogen über das Gebäude hinaus und blickt durch den Glasboden auf Georgetown hinab. Hier sollte man besser schwindelfrei sein. Für alle, die es sind, ergibt sich ein toller Blick auf die darunterliegende Stadt, die Straße von Penang, die tropenbewachsenen Hügel im Westen und den weiten Ozean.

Am nächsten Tag drehe ich wieder eine kleine Runde durch die Stadt. Die Fahrt zum Strand bzw. Nationalpark ist mir dann doch zu weit. Bei meinem Streifzug entdecke ich wieder neue Kunstwerke an den bunten, teils bröckelnden Fassaden der Kolonialhäuser. Doch um der Hitze zu entkommen muss ich mich immer wieder mal in eine Bar setzen.

Erst am Abend wird’s angenehmer, sodass ich das Straßenessen an der Chulia Lane richtig genießen kann. Kein Wunder also, dass hier nach Einbruch der Dunkelheit mehr los ist als tagsüber. Die meisten jungen Leute trifft man in der Love Lane an, wo sich ein Pub ans nächste reiht.