Nach einer fünfstündigen Fahrt im klapprigen Bus steige ich in Tanah Rata bei kühlen 21 Grad aus. Der Hauptort der Cameron Highlands liegt auf etwa 1.500 Meter über dem Meeresspiegel. An der Hauptstraße reihen sich etliche Restaurants und einige Shops. Der Grund, warum man die Highlands besucht, sind aber die Berge, Tee- und Erdbeerplantagen rund herum.

Von den vielen Wanderwegen soll Trail 1 der schönste sein. Nun ist dieser anscheinend seit einer Weile gesperrt. Jedoch habe ich von meinem Kumpel in KL aus erster Hand erfahren, dass er trotzdem machbar ist. Man muss nur den Eingang über den Bach und durch den Stacheldrahtzaun finden.

Ich mache mich also zu Fuß auf den Weg nach Brinchang, wo der Trail startet. Über den Bach und durch den Stacheldrahtzaun, erwarten mich 4km Aufstieg durch den Regenwald. Über Stock und Stein, vor allem aber über Wurzeln, suche ich mir den schmalen Steig zum Gipfel des Gunung Brinchang. Einsame 1,5 Stunden, denn insgesamt begegnen mir nur 2 Leute. Das ist der Vorteil, wenn der Trail offiziell gesperrt ist.

Nach dem schweißtreibenden Erklimmen des 2.032 Meter hohen Gipfels bietet sich mir ein toller Blick; auf Funkmasten. Der ganze Gipfel ist damit vollgestellt. Um einen guten Ausblick auf die umliegenden Berge zu genießen, gehe ich weiter zum Mossy Forest, wo sich ein Aussichtsturm befindet. Das kann sich schon eher sehen lassen.

Auf dem Rückweg komme ich an der Mountain Strawberry Farm vorbei, wo mich erstmal Ziegen zornig anschauen. Sie lassen sich wohl nicht gerne beim Mittagessen stören.

Ich pflücke mir ein paar Erdbeeren und einer der Erntehelfer schießt einige Fotos von mir mit “besonders großen Exemplaren“. Das macht er wohl öfters, denn jede Pose sitzt beim ersten Versuch. Dann weist er unverblümt darauf hin, dass er von den Besuchern dafür meist ein paar Ringgit bekommt. Kriegt er natürlich auch.

Dann erreiche ich die Boh Tea Plantation, eine der Teeplantagen, für die die Highlands berühmt sind. Grüne Hänge wohin man schaut, voll von Teesträuchern. Die jungen Teeblätter leuchten hellgrün in der Sonne.

Ich bahne mir den Weg aufeinen kleinen Hügel, setze mich dort auf einen Stein und halte für einen Moment inne, bevor ich mich auf den Weg ins Hostel mache.

Bis ich in der Map Travelodge ankomme, ist es Abend. 25km Strecke und über 500 Höhenmeter habe ich hingelegt, das merke ich auch in meinen Beinen. Da hilft ein kühles Helles im Travelers Pub gleich hinterm Hostel. Diesen Tag werde ich so schnell bestimmt nicht vergessen.

Den folgenden Tag nutze ich zum Entspannen. Ausschlafen, Kaffee im Hostel, gemütliches Frühstück, etwas durch die Geschäfte bummeln, mit den Kellnern und Verkäufern quatschen und meine weitere Reise planen. Die nächsten Tage wartet ein absolutes Highlight auf mich. Darauf freue ich mich schon.

Am letzten Tag in den Cameron Highlands steht nochmal Sport auf dem Programm. Am Morgen, noch vor dem Frühstück, renne ich nach Brinchang und einmal um den Golfplatz. Die Sonne kämpft sich gerade durch den Hochnebel, der über den grünen Hängen liegt.

Nach dem Frühstück verschlechtert sich allerdings das Wetter und es beginnt zu regnen, sodass mein Plan, mir den Wasserfall anzuschauen, ins Wasser fällt. Stattdessen entspanne ich bei einem Espresso und einem Stück Zitronenkuchen (Fika?).