Von der aktuellen Hauptstadt Kuala Lumpur geht’s ins beschauliche Städtchen Melaka. Aufgund der günstigen Lage an der schmalsten Stelle der Straße von Melaka und des ganzjährig zugänglichen Hafens entwickelte sich das Fischerdorf zur Hauptstadt des Malaiischen Königreichs vor dem Kolonialismus. Damals war es vor allem von Chibesen geprägt. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts hielten dann die Portugiesen, Holländer und Briten Einzug.

Am zentralen Busbahnhof will ich den Bus ins Zentrum nehmen, wie mir vom Hostel beschrieben wurde. Ich saß bereits in zwei Bussen und wartete an drei weiteren Ständen, als ich nach über zwei Stunden beschließe, doch ein Taxi zu nehmen. Dieses war teurer als sonst und brauchte länger, da Chinesisches Neujahr ist. Das verlängerte Wochenende nutzen viele Großstädter, um sich im historischen Melaka zu entspannen.

Das merke ich am Abend auch in der Jonker Street, die dann zur Fußgängerzone wird. Wenn man sich gerne durch Menschenmassen drängt, gibt’s hier viel zu entdecken. Streetfood aus allen Herrenländern, gegrillte Insekten etwa, exotische Shakes oder Kokosmilch, die man direkt aus der Fruchtfleischhülle trinkt, die showmäßig aus ihrer harten Schale gepellt wird.

Für die Souvenierjäger gibt’s handgedrehte “Transformers“ oder Handyhüllen mit den buntesten Motiven. Aber auch allerlei Nützliches, von Gürteln bis zu Haushaltsartikeln.

Etwas ruhiger geht’s am Riverwalk zu. Auf beiden Seiten des Melaka Rivers gibt’s etliche Bars in historischen Bauwerken. In der Raggae Bar lädt mich einer der Kellner ein, mich zu seinem Tisch zu setzen, wo er sich gerade mit zwei jungen Frauen aus Kuala Lumpur unterhält. Nach einem Bier flanieren wir drei gemeinsam noch etwas durch die etwas ruhigeren Straßen abseits der Jonker Street.

Am nächsten Tag wollen wir uns zusammen das historische Zentrum anschauen, das seit 2008 zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Da wir aber keinen Parkplatz finden und der Verkehr fürchterlich ist, fahren wir hinaus ins Portugese Settlement. Dort ist es dann fast zu ruhig. Die meisten Lokale öffnen erst abends.

Mittlerweile ist es Zeit zum Mittagessen. Die beiden wollen mir das traditionelle Malaiisches Gericht Rajok zeigen, wofür wir wieder eine Weile herumfahren, denn viele Restaurants haben wegen der Neujahrsfeiern geschlossen. Ich weiß zwar nicht, was ich gegessen habe, aber es schmeckte nicht schlecht. Dazu Cendul, ein traditionelles Getränk. Es ist ein Kokosshake mit Rohrzucker, Fruchtgummis und Bohnen. Sehr gewöhnungsbedürftig. Fruchtgummis habe ich auch schon bei Starbucks in einer ihrer Kaffeekreationen spüren dürfen.

Danach setzen sie mich beim The Bunk Hostel ab und machen sich auf den Weg nach KL. Und ich muss mich erstmal von der Hitze erholen. Als es draußen etwas abgekühlt hat, esse ich wieder in der Jonker Street zu Abend. Das Fried Kuey Teow ist einfach, günstig und superlecker. In Sojasoße gebratene, flache Reisnudeln mit Ei, Sojasprossen und Chilisoße. Dazu ein Kokosshake (ohne Bohnen!). Als letztes Bier in Malaysia gönne ich mir noch ein Kilkenny im Sid’s Pub.

Am nächsten Morgen mache ich mir Frühstück im Hostel und komme dabei mit meinem Zimmerkollegen ins Plaudern, ein älterer Malaye, der in Melaka seine Kinder besucht. Wir gehen ins Cafè nebenan und tauschen Reiseerfahrungen aus. Das ist sein erster Aufenthalt in einem Hostel und als nächstes will er mit dem Rucksack durch Europa touren.

Dann nehme ich ein Uber Car zum Abfahrtsort meines Busses nach Singapur. 3 Kilometer sollten in 20 Minuten allemal zu schaffen sein, dachte ich. Doch nicht durchs Zentrum Melakas. Ich komme mit 15 Minuten Verspätung an, doch glücklicherweise wartet der Bus auch noch auf andere Fahrgäste. Also auf in die moderne, saubere, sichere, grüne Weltstadt Singapur.