Am nächsten Morgen fahren wir weiter nach Busalan bzw. zum Turning Point. 2 Stunden Fahrt jenseits jeglicher Zivilisation. Von da aus steigen wir hunderte Stufen hinauf ins abgeschiedene Dorf. Unser Guide und andere Dorfbewohner schleppen große Säcke und Gasflaschen den Berg hoch. Es ist dies der einzige Zugang. Haben wir unser ganzes Gepäck erstmal hinauf geschleppt, erwartet uns eine Ansiedlung kleiner Häuser und Hütten nahe am Abgrund. Es gibt hier weder Telefonnetz noch Internet. Als Kanalisation dient ein Wassergraben, dem entlang wir zu unserer Unterkunft hinauf laufen.

Auf dem Weg dorthin begegnen uns Hunde, Schweine und jede Menge süße Ferkelchen. Frauen waschen die Wäsche per Hand in einem Holzschaff, Kinder baden darin und die Tiere trinken daraus. Wir kommen vom Staunen nicht mehr heraus. Es fühlt sich an, als wäre man einige Jahrhunderte in die Vergangenheit zurückversetzt worden.

Wir beziehen eine traditionelle Unterkunft, eine Holzhütte auf Stelzen mit Strohdach. An den Stelzen kratzen sich die Ferkel den Rücken und die Hundewelpen legen sich auf unseren Füßen nieder. Wir werden mit Kaffee und Balut, gekochten Enteneiern, willkommen geheißen. Wobei die Eier bereits 18 Tage alt sind, sodass man die Entenküken bereits kann. Sogar Federn finden sich schon im Inneren der Eier. Ein traditioneller Snack, den ich nicht unbedingt probiert haben muss. Danach sitzen wir gemütlich zusammen und unterhalten uns mit anderen Besuchern und einigen Dorfbewohnern.

Früh morgens schleppen wir uns aus den Betten und einige Meter hinauf, wo uns ein grandioser Blick über die Reisterrassen erwartet. Dort warten wir auf die aufgehende Sonne. Ein toller Moment, wenn die ersten Sonnenstrahlen eine Haut erwärmen.

Dann ist es Zeit für einen Kaffee und Frühstück. Reis mit Thunfisch, genau wie unser Abendessen am Vortag. Außer Reis gibt’s hier nicht allzuviel, der ist dafür den ganzen Tag umsonst. Und mittlerweile bin ich Reis zu jeder Tageszeit gewohnt.

Dann machen wir uns auf zur eigentlichen Attraktionen des Dorfes. Apo ist eine lebende Legende. Sie ist Tattookünstlerin und praktiziert immer noch, mit ihren 101 Jahren. Ihretwegen pilgern tagtäglich Menschen hierher. Auch ihre Enkelin Gracia tätowiert, und zwar seit sie 9 Jahre alt ist. In ein Bambusrohr wird ein Dorn des Limettenstrauches geklemmt, mit einem zweiten Stab dann auf den ersten geklopft und damit die Tinte unter die Haut befördert.