Um 5 Uhr morgens werde ich im Hostel abgeholt. Von unterwegs schaue ich mir den Sonnenaufgang über dem Mt. Rinjani an. Den nächsten Sonnenaufgang werden wir von da oben betrachten. In Senaru gibt’s dann erstmal Frühstück, bevor wir weiter nach Sembalun fahren. Dort starten wir das dreitägige Abenteuer, knapp unterhalb von 1.000 Metern Meereshöhe.

Unsere Gruppe, das sind zwei Jungs aus Washington DC, ein deutsch-französisches Pärchen, ein Belgier und ich. Begleitet werden wir von unserem Guide und 3 Trägern. Der erste Anstieg erfolgt über Wiesen, in brütender Hitze bereits um 9 Uhr morgens. Nach der ersten kurzen Pause geht’s großteils im Schatten des Regenwaldes weiter. Inzwischen spenden auch Wolken wohltuenden Schatten. Nach etwa 3 Stunden gibt’s dann Mittagessen auf der Wiese bei Position 2. Die Träger haben uns Nudelsuppe, Tee und Ananas zum Nachtisch zubereitet.

Beim Essen bekommt unsere Gruppe Zuwachs. Für zwei Brüder aus Kalifornien ist deren Gruppe zu langsam, deshalb schließen sie und ein Träger sich uns an. Und dann beginnt es zu regnen. Um rechtzeitig auf dem Krater zu sein, müssen wir aber trotzdem weitermarschieren.

Als wir zum schwierigen Aufstieg über Vulkansand und Felsen kommen, schüttet es wie aus Eimern. Der schwarze, sandige Weg ist jetzt ein reißender Fluss. Deshalb suchen wir erstmal Schutz unter dem Blechdach bei Position 3. Die Träger aber marschieren weiter, in FlipFlops oder gar barfuß, kurze Hose, T-Shirt und über 40kg Gepäck auf einer Schulter. Ein Bambusrohr mit einem Korb links und rechts. Wahnsinn.

Da der Regen nicht nachlassen will, machen wir uns wieder aus den Weg. Schließlich müssen wir unser Nachtlager noch vor Einbruch der Dunkelheit erreichen. Der letzte Abschnitt des ersten Tages führt steil nach oben, über Wurzeln und schwarzen, aufgeweichten Sand. Immerhin hat es aufgehört zu regnen und der Regenbogen zeigt sich ein seinen schönsten Farben. Da lohnen sich die Anstrengungen doch.

Nach 8 Stunden, 10km und 1.660 Höhenmetern erreichen wir schließlich unseren Zeltplatz auf dem Kraterrand. Während unsere Zelte aufgebaut und das Abendessen zubereitet wird, genießen wir den Blick auf den Kratersee.

Der Blick nach oben auf den Gipfel bleibt uns leider noch verwehrt. Und da wir alle total durchnässt sind und ein eisiger Wind weht, verkriechen wir uns auch gleich ins Zelt und versuchen uns am Tee zu wärmen. Dann ist Nachtruhe angesagt, schließlich ist es bereits 7 Uhr abends. Und der nächste Tag soll es in sich haben.