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Toronto – London – nach Hause

Von Hawaii ins kanadische Toronto ist eine lange Reise. Deshalb wird erstmal ausgeschlafen, da auch das Wetter nicht besonders gut ist. Von 30 Grad und Sonne auf Hawaii zu 2 Grad und Nieselregen in Toronto. Dafür gibt’s von der Dachterrasse im Hostel einen überragenden Ausblick auf die Skyline der Stadt.

Am nächsten Tag drehen wir eine Runde durch die Stadt, Sightseeing ist angesagt. Danach setzen wir uns in ein kleines Pub und gönnen uns ein Bier. Der Barkeeper erzählt uns von einem Hockeyspiel, das am nächsten Abend in Toronto stattfinden wird. Und nach zwei weiteren Bierchen kaufen wir auch schon die Tickets.

Also fahren wir am nächsten Abend zur Scotiabank Arena. Knapp 20.000 Leute bestaunen eine tolle Videoshow auf dem Eis, bevor das Match zwischen den Boston Bruins und den Toronto Maple Leafs beginnt. Wir sehen ein spannendes Spiel, das mit einem Sieg des Heimteams endet.

Tags darauf leihen wir uns ein Auto, um damit zu den Niagara Fällen zu fahren. Auf dem Weg dahin beginnt es plötzlich zu schneien. Auch in Niagara schneit es heftig, sodass wir nur einen kurzen Blick auf die gewaltigen Wasserfälle werfen und und uns danach bald wieder auf den Weg nach Toronto machen.

Die Nacht hindurch fliegen wir dann nach London, wo wir früh morgens ankommen. Wir besuchen wir eine Bekannte, die dort studiert. Am Nachmittag muss diese kurz zur Uni und wir nutzen die Zeit, um die Umgebung zu erkunden.

Am Abend fahre ich zum legendären Wembley Stadion, wo das Champions League Spiel zwischen den Tottenham Hotspur und Inter Mailand stattfinden wird. Ticket kann ich leider keines ergattern.

So fahre ich zurück zu den anderen und wir gehen auf’s Winter Wonderland. Auf dem Rummel und später im Pub haben wir eine Menge Spaß, bevor es für uns früh morgens schon wieder zum Flughafen geht. Einige Stunden später, nach etwa 50 Stunden ohne Schlaf und deshalb hundemüde, sind wir dann auch schon wieder zu Hause und erzählen unseren Liebsten von unseren Abenteuern.

Krönender Abschluss auf Hawaii

Nach einem gerade mal 20 Minuten dauernden Flug landen wir abends in Honolulu. Kaum in der Luft, setzen wir auch schon wieder zur Landung an. Den folgenden Tag nutzen wir, um uns ein Bild von Honolulu und Waikiki zu machen. Über die Promenade schlendern, Surfern und Volleyball Spielern zuschauen und den Sonnenuntergang beobachten.

Am nächsten Morgen holen wir zusammen mit einem Kumpel, den wir auf Maui kennen gelernt hatten, unseren Mietwagen ab. Damit fahren wir zur North Shore, wo ein Surfcontest stattfinden soll. Aber wir kommen leider zu spät.

So fahren wir die Küste entlang und machen immer wieder mal Halt, um einige schöne Fotos zu schießen. Am Abend trinken wir im Hostel noch zusammen das ein oder andere Bierchen.

Tags drauf fahren wir Richtung Ostküste, wo wir über einen alten Zuggleis den Coco Head erklimmen. Die unregelmäßigen Stufen steigen immer steiler an und wir kommen richtig ins schwitzen. Trotzdem lassen wir alle anderen hinter uns, mein Kumpel sogar barfuß.

Oben angekommen genießen wir den überragenden Ausblick nur kurz, den es weht ein eisiger Wind. Nach unten rennen wir dann großteils, sodass wir in rekordverdächtiger Zeit wieder am Parkplatz sind.

Nach einem kurzen Abstecher am Strand erklimmen wir dann auch noch die Pillbox, eine Betonhütte auf einem Felsen. Auch da verbläst uns der Wind fast und zu allem Überfluss regnet es auch noch.

Am letzten Tag auf Hawaii gönnen wir uns noch einen echten Knaller, den wir am Vortag nach einigen Bierchen gebucht hatten. Als wir vor dem Hostel auf den Shuttlebus warten, beginnt der Puls schon langsam zu steigen. Schon auf der Fahrt dorthin geht es ganz schön zur Sache. Dann kommen wir da an, geben unsere Daten ein, inklusive Notfallkontakt. Zehn Unterschriften später werden wir angeschnallt. Die Anweisung dauert zwei Minuten, dann steigen wir in eine Cessna und es kann los gehen.

Wir heben ab, steigen höher und höher. Das sollte jetzt doch hoch genug sein. Nein, bei weitem noch nicht. Auf etwa 3.700 Metern werden dann die Gurte nochmal festgezurrt, dann gehe ich als erster zur Tür. Und raus.

Freier Fall, Adrenalin pur, die Luft peitscht mir ins Gesicht. Unter mir Oahu und der Pazifik, um mich herum kreist der Fotograf, der mich filmt und Fotos schießt. Ein Fäustchen darf im freien Fall natürlich auch nicht fehlen.

Plötzlich werde ich zurück gerissen, mein Tandempartner hat den Fallschirm gezogen. Wir kreisen langsam nach unten. Jetzt hab ich auch Zeit, den überwältigenden Ausblick zu genießen. Blaues Meer, weiße Strände, grüne Wiesen und Wälder, Vulkane.

Dann darf ich auch selbst mal lenken und ein paar Achter drehen. Bei der Landung erwartet mich dann auch schon der Fotograf, der mich nach meinem Befinden befragt; awesome, amazing, crazy. Mehr fällt mir in dem Moment nicht ein. Nervenkitzel pur. Ein einmaliges Erlebnis und ein überragender Abschluss für unseren Hawaii Aufenthalt.

Nichts als Strand und Party auf Maui

Im Tiki Beach Hostel angekommen, setzen wir uns auf der Terrasse zu den anderen. Dort finden wir gleich neue Freunde. Einige davon arbeiten auch im Hostel für kostenlose Unterkunft. Was uns gleich auffällt, ist die überragende “Frauenquote“. Wir drei Jungs sitzen mit zehn Mädels in der Lounge. Deshalb beschließen wir auch vor unserer ersten Nacht im Hostel, dass wir länger als die gebuchten zwei Nächte bleiben wollen. Da kein Zimmer mehr frei ist, ziehen wir nach den ersten beiden Nächten ins Zelt.

Die nächsten Tage wollen wir einfach mal entspannen, nachdem wir in den letzten Wochen fast täglich etwas unternommen haben und mit dem Auto weiter gefahren sind. Deshalb passt es auch perfekt, dass der Strand nur 50 Meter vom Hostel entfernt ist. So pendeln wir zwischen Hostel und Strand, trinken abends ein paar Bierchen oder gehen einen Fischburger essen.

Dann kommt ein frisch gebackener Arzt aus Mainz ins Hostel und es ist aus mit der Ruhe. Morgens nach dem Frühstück drückt er uns schon das erste Bier in die Hand und so geht es dann den ganzen Tag weiter, bis spät nachts. Party am Strand, dann zurück im Hostel und zum Sterne schauen wieder am Strand. Und am nächsten Tag das selbe Spiel. Zwei Tage ohne einen Schluck Wasser, nur morgens eine Tasse Kaffee und Bier. Bis unsere Biermarke im Supermarkt ausverkauft war.

So passiert auch schon mal das eine oder andere Ungeschick. Einmal wollen wir unserem Kollegen beim Surfen ein Bier bringen, fahren mit dem Kajak hinaus und zu ihm hin. Dann erwischt uns eine Welle und wir brechen ihm mit der Spitze des Kajaks zwei Rippen. Am nächsten Tag versenken wir unsere GoPro auf dem Meeresgrund, als wir mit dem Kajak kentern. Dieses Gefährt rühren wir lieber nicht mehr an.

Die letzten Tage auf Maui unternehmen wir dann doch noch etwas. Mit zwei Mädels leihen wir uns einen Van und machen damit die Road to Hana. Über eine abenteuerliche Straße fahren wir ans andere Ende der Insel. Mehr als 50 Brücken überqueren wir dabei, häufig sind sie nur einspurig befahrbar. Wenn man Bergstraßen gewohnt ist, kein Problem. Aber anscheinend sind das nicht alle Verkehrsteilnehmer hier. Dabei machen wir an verschiedenen Wasserfällen Halt, wo wir uns Abkühlung verschaffen.

Am nächsten Tag fahren wir zum Black Rock Beach. Wir klettern gleich über die Klippen hinaus und springen aus etwa 7 Metern ins kristallklare Wasser. Und nochmal, und nochmal, und nochmal.

Am letzten Tag auf Maui werden wir von den kürzlich in Kalifornien kennen gelernten Schweizern vom Tiki Beach Hostel abgeholt. Dafür müssen wir uns schweren Herzens von unseren neu gewonnenen Freunden verabschieden.

Wir fahren über die Insel, schauen Kitesurfern zu, beobachten Schildkröten am Strand, bestaunen einen Surfwettkampf zwischen Jugendlichen und spielen Volleyball am Strand.

San Francisco

Angekommen in San Francisco, fahren wir gleich zur Golden Gate Bridge. Der Blick vom Festland auf die 2.737 Meter lange Brücke ist schon faszinierend. Wir wollen natürlich auch einmal drüber laufen, drehen aber nach halber Strecke um. Es ist laut, windig und stinkt nach Abgasen.

Zum Sonnenuntergang fahren wir zum Lands End. Dort treffen wir uns mit zwei Mädels aus der Heimat. Zusammen gehen wir eine Kleinigkeit essen und danach noch auf einen Drink ins Stadtzentrum.

Den Morgen danach müssen wir unseren Mietwagen zurück bringen. Danach treffen wir die Mädels auf einen Kaffee. Wir quatschen eine Weile, bevor wir wieder getrennte Wege gehen. Mein Kumpel und ich gehen zuerst zu einem kleinen Park auf einem Hügel, von dem man einen tollen Blick auf die Skyline San Franciscos hat.

Weiter geht’s zur Lombard Street, die sich serpentinenartig den Hügel hoch bzw. runter windet. Dort macht auch die berühmte Cable Car Halt, eine historische Straßenbahn. Dieser folgen wir bis zum Hyde Street Pier, wo etliche historische Schiffe ankern.

Zurück im Hostel machen wir uns mit zwei neuen Bekanntschaften aus Deutschland bzw. Frankreich einen lustigen Abend bei Pool Billard und Bier.

Am letzten Tag in San Francisco schauen wir uns die berüchtigte Gefängnisinsel Alcatraz an. Mit der Fähre setzen wir über auf die etwa 2km entfernte Insel und genießen dabei den Blick auf die Stadt. Dann erkunden wir die kleine Insel auf eigene Faust, bevor wir eine Audio Tour durch den Gefängnistrakt machen. Die Insel wurde anfangs als Festung konzipiert, bevor Schwerverbrecher dorthin gebracht wurden.

Bei der Tour hören wir ehemalige Wärter ebenso wie Inhaftierte, die aus der Zeit im Hochsicherheitsgefängnis mit überragendem Ausblick erzählen. Es ist faszinierend und zugleich tief ergreifend.

Am Ende der Tour sitzt ein älterer Mann an einem Tisch und signiert Bücher. Es ist der ehemalige Inhaftierte Wiliam Baker, der über seine Zeit in Gefangenschaft ein Buch verfasst hat.

Zurück auf dem Festland schauen wir uns das berühmte Pier 39 an, ein Steg voller Shops, Restaurants und Unterhaltung. Den letzten Abend in Kalifornien verbringen wir wieder im Hostel am Billard-Tisch.

Mariposa & Santa Cruz

Vom Yosemite Nationalpark brechen wir auf in Richtung San Francisco. Dabei verbringen wir eine Nacht in Mariposa, wo wir am Pool ein Pärchen aus der Schweiz kennenlernen. Wir erzählen uns von unseren Reisen und verbringen einen gemütlichen Abend mit dem ein oder anderen Bier.

Tags darauf fahren wir weiter an die Küste, nach Santa Cruz. Zum Sonnenuntergang schlendern wir über die Strandpromenade bis hin zum Boardwalk, einem Vergnügungspark inklusive Lift, mit dem man über den Park hinweg fahren kann. Allerdings fehlen die Sitze am Lift, sodass uns dieser Spaß verwehrt bleibt.

Am nächsten Morgen sind wir auf dem Weg ins Silicon Valley, als sich auf dem Freeway ein irrer Motorradfahrer zwischen unserem Mazda und einem anderen Auto hindurch zwängen muss und dabei an unseren Außenspiegel fährt. Nach dem ersten Schock bleiben wir stehen und sehen, dass die Abdeckung fehlt. Ebenso wie der Motorradfahrer, der seine waghalsige Fahrt unbeirrt fortgesetzt hat.

Im Silicon Valley schauen wir uns das Besucherzentrum von Apple an und blicken von dessen Dachterrasse auf das sogenannte Ufo, den Hauptsitz des Technikriesen. Das Besucherzentrum selbst ist modern, clean. Jeder Fingerabdruck auf der Glasfassade wird von einem Mitarbeiter sofort weggewischt. Genau so habe ich mir das vorgestellt.

Yosemite Nationalpark

Als erstes “Herantasten“an den Yosemite Nationalpark fahren wir zum Chilnualna Fall. Wir nehmen aber natürlich nicht den ausgetretenen Pfad dorthin, sondern springen und klettern über die Felsen im Fluss nach oben. Wir haben eben lieber etwas mehr Action. Am Abend, als Einstimmung auf den nächsten Tag, schauen wir uns Valley Uprising an, ein Film über die Kletterhelden des Yosemite Valleys.

Am nächsten Morgen fahren wir dann endlich hinein ins Yosemite Valley. Am Eingang funktioniert das POS-Gerät nicht, also sollen wir beim Hinausfahren bezahlen. Kein Problem, machen wir. Kurz darauf fahren wir durch einen Tunnel. Und dann steht er plötzlich vor uns: El Capitan. Eine majestätische Felswand, die mit ihren fast 1.000 Metern Höhe zu den schwierigsten Kletterwänden der Welt zählt. Wir wagen uns aber nicht an die Wand, noch nicht.

Dafür erklimmen wir den Glacier Point und den Sentinel Dome auf der gegenüberliegenden Talseite. Nach unzähligen Serpentinen erreichen wir den Glacier Point, einen Felsvorsprung auf 2.200 Metern. Da eine Straße bis fast zum Aussichtspunkt führt, müssen wir uns eine etwas abgelegenere Stelle suchen, wo wir ungestört Fotos schießen können. Dafür schauen wir fast 1.000 Meter gerade hinunter auf den Talboden und hinüber zum Half Dome, dem zweiten legendären Kletterfelsen im Yosemite Valley. Mit fast 2.700 Metern Höhe ist er noch etwas imposanter als El Capitan.

Da wir nach 7km und 1.000 Höhenmetern noch nicht genug haben, marschieren wir weiter auf den Sentinel Dome. Nochmals 3km und 300 Höhenmeter, diese haben sich aber gelohnt. Es bietet uns ein 360 Grad Rundumblick. El Capitan, Half Dome und die umliegenden Gipfel, unzählige senkrechte Felswände. Ein faszinierender Anblick.

Zurück im Tal fahren wir zum Camp 4, dem Campingplatz der Kletterpioniere des Yosemite Valley. Dort haben sie den ganzen Tag lang trainiert, um die unmenschlichen Herausforderungen zu meistern. Dann wagen wir uns doch noch an El Capitan. Aber auch als wir näher kommen, können wir keine Griffe erkennen und es macht sich Resignation breit. Dafür müssen wir wohl noch etwas trainieren.

Sequoia Nationalpark und Kings Canyon

Vom Meer geht’s dann wieder in die Berge. Endlos geradeaus, an Mandelplantagen, Baumwollfelder und gigantischen Farmen mit tausenden von Rindern vorbei hat man das Gefühl, seinem Ziel einfach nicht wirklich näher zu kommen.

Und so fährt man unwiderruflich schneller und schneller, ohne es wirklich zu merken. Erst als plötzlich ein Polizeiauto hinter einem fährt, schaut man auf den Tacho. Aber dann schalten sie das Blaulicht an. Jetzt ist es schon zu spät. Glücklicherweise bleibt es bei einer Verwarnung. Bei der nächsten Übertretung wird’s aber teuer.

Mit angepasster Geschwindigkeit fahren wir deshalb in den Sequoia Nationalpark, wo wir als erstes am Tunnel Tree halt machen. Der Name sagt schon, worum es sich dabei handelt.

Weiter geht’s die geschwungene Passstraße entlang zum Moro Rock, dessen 400 Stufen wir im Laufschritt erklimmen. Die glatten Wände laden zum herumtollen ein. Oben stoßen wir erstmal mit einem kühlen Blonden an und genießen einen tollen Sonnenuntergang.

Das nächste Highlight im Sequoia Nationalpark ist der General Sherman Tree, ein Bergmammutbaum gewaltigen Ausmaßes. Nicht die Höhe von etwa 84 Metern, sondern sein Volumen machen ihn zum “biggest tree in the world“; 31 Meter Umfang, fast 1.500m³ Volumen und geschätzte 2.000 Tonnen Lebendgewicht. Einfach gigantisch.

Endlich ans Meer

Die nächste mehrstündige Fahrt bringt uns ans Meer, endlich. Wir werfen uns auch gleich in die Badehose und laufen zum Strand. Breiter, weißer Sandstrand, menschenleer und die Sonne scheint, perfekt. Bis das Wasser unsere Zehen berührt. Denn das Wasser ist eiskalt, ans hinein springen gar nicht zu denken. Deshalb sind wir auch fast die einzigen Leute hier.

Also zurück ins Hotel, wo wir unser Glück am Pool versuchen. Aber auch da ist das Wasser kein bisschen wärmer. So schmeißen wir uns auf die Liegestühle und genießen die wärmende Sonne bei einem Becher Kalifornischem Chardonnay. Da kann man die Sonne schmecken.

Auf der Suche nach den Sternen

Die Nacht verbringen wir im Colorado Belle in Laughlin, eine Art little Las Vegas. Casino-Hotels und bunte Lichter überall. Las Vegas, nur eben alles eine Nummer kleiner. Das Hotel ist einem alten Flussdampfer nachempfunden und auch im Inneren fühlt man sich einige Jahre zurück versetzt.

Den nächsten Tag verbringen wir großteils mit der Fahrt nach Los Angeles. Müde kommen wir an der Unterkunft an, können aber nicht hinein. Durch gleich mehrere unglückliche Umstände bei der Buchung und unnachgiebige Vermieter müssen wir uns schlussendlich eine andere Schlafmöglichkeit suchen. Hostel mit Dachterrasse und gratis Frühstück, das passt.

Sterne sehen wir an diesem Abend aber auch von der Terrasse aus keine. Die Luft über LA ist so verschmutzt, dass man kaum bis zum nächsten Block sieht. Dafür wird es nachts nie richtig dunkel, denn die Straßenlichter brechen sich im Smog in der Luft, sodass ein heller Schleier über den Dächern liegt.

Die Suche nach den Sternen führen wir am nächsten Tag fort. Nachdem wir unseren Nissan Rogue zurückgebracht und uns einen flotten Mazda 3 geholt haben, fahren wir damit zum Walk of Fame im Herzen Hollywoods. Dort finden wir Stern um Stern, viele der Namen darauf sind uns aber völlig unbekannt. Einige kennt man dann doch; Dwayne “The Rock“ Johnson, The Simpsons, Vin Diesel, Michael Jackson und etwa 2.600 mehr. Nur unser Stern ist wohl gerade noch in Ausarbeitung.

Weiter geht die Fahrt auf die Hollywood Hills zum berühmten Hollywood Sign. Nach drei Fotos drehen wir aber auch schon wieder um. Was wir dann auf dem Rückweg zum Hostel sehen, haben wir auch noch nie erlebt. Mitten auf dem Freeway bremsen die Autos plötzlich ab. Dann fahren wir im Schritttempo an einem jungen Mann vorbei, der mitten auf dem dreispurigen Freeway auf dem Boden sitzt, als wäre er gerade vom Himmel gefallen.

Apropos Autos; Größer, schneller, weiter trifft es ganz gut. Das meistverkaufte Auto in den USA ist der Ford F150, ein nicht gerade kleiner Pickup. Andere, denen man begegnet, sind geradezu monströs. Fetter V8 Sound, Reifen so groß wie ein Kleinwagen. Außer Pickups sieht man vor allem Sportwagen. Mit einem Ford Mustang oder Chevrolet Camaro fällt hier niemand auf. Im Mazda 3 kommt man sich hier winzig vor.

Nationalpark-Hopping und Route 66

Am nächsten Morgen, direkt nach dem Frühstücksbuffet in einem der Hotel-Restaurants, holen wir unseren Mietwagen ab. Zwischen drei verschiedenen SUVs der selben Klasse wählen wir einen Nissan Rogue. Damit cruisen wir gleich den Las Vegas Boulevard entlang, um uns das Schauspiel nochmals anzusehen. Aus der Stadt draußen testen wir dann mal alle Annehmlichkeiten unseres Gefährts. Die Ausstattung lässt echt keine Wünsche offen.

Als erstes steuern wir den Valley of Fire State National Park an. Zwischen bizarren, roten Felsformationen hindurch schlängeln wir gemächlich die Straße entlang. Gleich beim ersten Halt zeigen wir den wenigen anwesenden Touristen, dass wir aus den Bergen kommen und nicht das erste mal klettern.

Danach fahren wir weiter den Freeway entlang. Die Weite des Landes ist verblüffend. Man fährt Meile um Meile und sieht… Nichts. Deshalb schaffen wir es auch nicht, den Zion National Park vor Sonnenuntergang zu erreichen. Trotzdem fahren wir die Passstraße durch den Park und schießen ein paar tolle Bilder im schwächer werdenden Licht.

Für den nächsten Tag haben wir drei absolute Highlights auf dem Programm. Deshalb brechen wir früh auf, um rechtzeitig die einstündige Wanderung zu “The Wave“ anzutreten. Nach wenigen Schritten erreichen wir einige steil aufragende Felsen, voll mit antiken Gravierungen. So weit, so gut. Aber der Mangel an Wegweisern oder anderen Wanderern bereitet uns Schwierigkeiten. So laufen, springen und klettern wir zwei Stunden lang querfeldein, ohne unser Ziel auch nur erahnen zu können. Schließlich müssen wir kehrt machen. Auf dem Rückweg, allein zwischen roten, brüchigen Felsen, toben wir uns nochmal richtig aus und genießen die Freiheit.

Danach bringt uns unser SUV zum Horseshoe Bend. Hier schlängelt sich der Colorado River durch den Canyon. Vom Abgrund aus bietet sich ein atemberaubender Blick über die 180 Grad Kurve. Ein beeindruckendes Naturschauspiel. Auf dem Rückweg zum Parkplatz sehen wir, wie sich ein Mann abmüht, seine Frau im Rollstuhl den sandigen Weg hoch zu schieben. Da gehen wir gerne kurz zur Hand und machen ihnen damit eine Freude.

Unser drittes Highlight des Tages, der Antilope Canyon, lassen wir schweren Herzens aus. Für eine gerade einmal sieben minütige Führung ist der Preis einfach unverschämt hoch. So fahren wir weiter in Richtung Gran Canyon, der am nächsten Tag auf unserem Programm steht. An einer Tankstelle wollen wir uns einen kleinen Snack holen. Alles, was es dort zu kaufen gibt, sind aber Softdrinks und Chips. Nichts gesundes, weder Obst noch Gemüse, bis auf Essiggurken.

Tags darauf fahren wir über den South Rim zum Gran Canyon National Park. Dort suchen wir uns die abgelegensten und unzugänglichsten Aussichtspunkte aus, um den ganzen Touristen zu entfliehen. Über Felsen klettern und springen können wir ja. Da staunen selbst die Deutschen, die auf wackeligen Beinen versuchen, hinterher zu kommen. Belohnt werden wir mit einem atemberaubenden Blick über den Canyon. Die Weite, die Tiefe der Schluchten und der dazwischen aufragenden Felswände sind gigantisch. Selbst wenn man die Beine über den Abgrund baumeln lässt, kann man das Naturschauspiel kaum begreifen.

Auf unserer Weiterfahrt biegen wir auf die historische Route 66 ab. Die Straße scheint endlos geradeaus zu führen, links und rechts nichts außer Wiesen und einige Rinder. In der Ferne ragen blass einige Hügel empor. Ein Gefühl von Freiheit schleicht sich ein. Die Tankstelle erinnert an einen alten Wild-West-Film. Rostige Schrottlauben vor einem Heuschuppen und ein Route 66-Schild. An einer ehemaligen Tanke stehen noch ein alter VW Käfer und eine Telefonzelle. Man fühlt sich in eine andere Zeit versetzt, während man die letzten Sonnenstrahlen des Tages genießt.

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