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It’s Vegas baby

Das nächste Abenteuer beginnt.

Um 3:20 Uhr nachts startet unser Bus. Da macht es auch keinen Sinn, vorher etwas zu schlafen. Mit dem Bus fahren mein Kumpel und ich dann nach München, um dort in den Flieger zu steigen. 12 Stunden später befinden wir uns im Landeanflug, unter uns nichts als Sand und Felsen. Und dann steigen wir in einer Großstadt der Superlative aus. Alles ist drei Nummern größer, als wir es kennen. Das ist Las Vegas.

In den nächsten zwei Tagen laufen wir den “Strip“, den Las Vegas Boulevard, auf und ab und bestaunen dabei die außergewöhnliche Architektur der Hotels. Vor einem ankern die Gondeln, wie in Venedig. Vor dem nächsten steht ein Eifelturm und vor dem nächsten die Freiheitsstatue. Venedig, Paris, New York, Ägypten, 1001 Nacht; in jedem Hotel taucht man in eine andere Welt ein.

Eines haben alle Hotels auf dem Strip gemeinsam: Gleich am Eingang befindet sich das Casino. Die Verführung ist also allseits gegeben. Und auch wir versuchen unser Glück und können letzten Endes sogar mit einem kleinen Plus Sin City verlassen. Bisher hat sich die Reise also gelohnt.

Ein must-do ist der Besuch des Stratosphere Towers. Die Plattform des höchsten Aussichtsturmes der USA liegt auf der 109. Etage. 350 Meter hoch über dem Strip hat man einen wundervollen Ausblick über die Wüstenstadt, vor allem, wenn man sich zum Sonnenuntergang hier einfindet.

Für Adrenalin pur sorgt die Fahrt mit der Schaukel an einem riesigen mechanischem Arm, genannt Insanity, der uns 20 Meter außerhalb des Turmes im Kreise dreht.

Bye bye Asien

Etwas weiter nördlich beziehen wir tags darauf unser Ressort. Schöner Pool, großer Garten und nur zwei Zimmer. Nicht nur, dass wir die einzigen Gäste sind, auch von den Angestellten lässt sich kaum mal jemand blicken. Beim Kaffee im Restaurant nebenan kriegen wir Besuch von einem großen Dickhäuter.

Tags darauf machen wir uns auf nach Negombo. Dort werden wir sehr herzlich empfangen von unseren Freunden vom ersten Aufenthalt im Explore Hostels. Zusammen mit einer Düsseldorferin verbringen wir einen sehr lustigen Abend mit dem ein oder anderen Bier.

Morgens gibt’s dann erstmal ein deftiges Frühstück, um gestärkt zum Tauchcenter zu fahren. Unser Gastgeber Ravi begleitet uns dabei und hilft bei der Kommunikation. Leider sind die Bedingungen zum Tauchen nicht ideal und die Zeit bis zu meinem Flug ist zu kurz. Deshalb entscheiden wir uns kurzfristig für’s Wakeboarden. Raus auf’s Meer, Board angeschnallt, Leine festgehalten und ab geht die wilde Fahrt. Gar nicht so einfach, das Gleichgewicht zu halten. Außerdem braucht man zum Festhalten ziemlich viel Kraft. Aber es macht Spaß, auch wenn ich mich nicht als Naturtalent bezeichnen würde.

Nach einem Powernap müssen wir Biernachschub holen. Dabei begleitet uns unser Gastgeber, der auch für unser Dinner einkauft. Es gibt srilankisches Curry mit allerlei Soßen, Gemüse und Reis; sehr lecker. Ich werde das Essen hier vermissen. Genauso wie die lustigen Runden im Hostel mit den beiden Gastgebern. Immer gut gelaunt, bei jeglichem Anliegen behilflich und sehr herzlich gestalten sie den Aufenthalt sehr entspannt. Mit einer Einladung in ihr Haus und einer Umarmung müssen wir uns schließlich verabschieden. Denn meine Asienreise endet hier.

Zwischen wilden Tieren an Land und unter Wasser

Tags darauf brechen wir bei Dunkelheit auf. Mit einem Geländewagen geht’s in den Yala Nationalpark zur Safari. Unser Tourguide fährt uns über eine Puckelpiste durch den Park und zeigt uns allerlei Tiere am Wegrand. Vögel, Krokodile, Affen, Echsen, Rotwild, Pfaue.

Gut durchgeschüttelt sind wir schon gespannt auf die versprochenen Elefanten und Leoparden. Doch unser Fahrer enttäuscht uns mit der bitteren Nachricht, dass wir wohl keine zu Gesicht bekommen würden.

So verlassen wir den Nationalpark, biegen kurz danach aber in einen Seitenweg ein. Und dort steht er dann, einsam inmitten eines großen Feldes, ein prächtiger Elefant. Und auch sonst sehen wir mehr Tiere außerhalb des Parks als drinnen. Vielleicht sind sie aber auch Langschläfer und gerade erst aufgewacht.

Nach dem Frühstück fahren wir dann weiter, die Küste entlang nach Hikkaduwa. Unterwegs machen wir halt an einer schönen Beachbar, wo wir zum Kaffee den brechenden Wellen lauschen.

Das gebuchte Hotel verlassen wir dann genauso schnell wieder wie wir es betreten haben. Das Hotel hat seine besten Tage schon hinter sich, das Zimmer müffelt. Hier bleiben wir nicht. Wir gehen einfach ein Haus weiter.

Am nächsten Morgen ist es dann soweit. Ich überwinde mich zu meinem ersten Tauchgang. Mit einem Freund, der auch zum ersten Mal tauchen geht, ist es dann doch einfacher. 15 Minuten theoretische Einführung, 15 Minuten üben im seichten Wasser, dann fahren wir auch schon hinaus auf’s offene Meer.

Drei Tauchlehrer begleiten uns bis zu 12 Meter unter die Wasseroberfläche. Zwichen bizarren Felsformationen tauchen wir hindurch, stets begleitet von den buntesten Fischen, die ich je gesehen habe. Und auf einmal gleiten wir in der Mitte eines Sardinenschwarms. Nach etwa 40 Minuten geht’s zurück an die frische Luft. Ich bin froh und ein bisschen stolz, dass ich mich zu dieser tollen Erfahrung überwunden habe. Es wird bestimmt nicht mein letzter Tauchgang gewesen sein.

Danach haben wir uns einen Kaffee verdient, bevor wir einen herrlichen Burger verschlingen. Danach wollen wir es nochmal wissen und leihen uns ein Surfbrett. Allerdings sind die Wellen heftiger, als sie vom Strand aus aussehen. Schon beim hinauspaddeln werde ich mehrmals vom Board geworfen. Das Zurückkommen zum Strand ist dann reinen Kampf ums Überleben.

So bin ich am Ende froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Mit ein paar Schnitten von den spitzen Steinen bin ich nochmals glimpflich davon gekommen. Das überschüssige Adrenalin nutze ich dann für eine Liegestütze-Serie.

Mit dem Zug durch die Wildnis

Den nächsten Morgen verbringen wir im Hotel. Nach einer morgendlichen Runde im Pool gibt’s Frühstück. Suppe, Omlett, Nudeln, Brot und Gemüse in verschiedenen Soßen. Im Gegensatz zu unserem Frühstück im ersten Hostel essen wir dieses Mal mit Besteck. Danach springen wir wieder ins kalte Nass, bevor es Mittagessen gibt. Nahezu die selben Soßen wie zum Frühstück, aber mir Reis.

Danach fahren wir weiter nach Ella. An Seen vorbei, über holprige Straßen durch den Regenwald. Der aufregendste Teil des Weges ist aber der von Ella zu unserem Homestay. Schotter- bzw. Lehmstraße, kaum breit genug für einen Kleinwagen. Immer wieder müssen wir tiefe Gräben überwinden, sodass unser Prius an seiner Unterseite jetzt wohl einige Schleifspuren mehr hat, der Arme.

Zum Abendessen lassen wir uns von einem Tuktuk ins Zentrum bringen. Dort sehen wir zum ersten Mal in Sri Lanka viele Touristen. Die kleine, in den Bergen gelegene Stadt ist wohl ziemlich beliebt. Am Straßenrand reihen sich Hotels, Restaurants und Souvenierläden aneinander.

Auf der Suche nach einem kühlen Bier erhalten wir allerdings erstmal einen gehörigen Dämpfer. Zwei ethnische Minderheiten Sri Lankas feiern heute und morgen ihr Neujahr, deshalb gibt’s anscheinend nirgends Alkohol. Es ist dies bereits meine dritte Neujahrfeier innerhalb vier Monate. So schnell geben wir aber nicht auf. Schon im nächsten Restaurant sehen wir Bier auf den Tischen stehen und bestellen uns prompt eines.

Lange bleiben wir aber nicht, denn nach der langen Autofahrt sind wir müde und wir wollen zum Sonnenaufgang auf den Little Adam’s Peak. Also stehen wir um 5 Uhr auf und erklimmen den nahegelegenen Hügel. Wir schaffen es gerade noch so, um die Sonne hinter dem Horizont empor steigen zu sehen.

Zurück im Homestay gibt’s dann Frühstück mit Blick auf die berühmte Nine Arches Railway Bridge. Gestärkt steigen wir den schmalen Pfad hinab, um auf den Gleisen bzw. der Mauer entlang zu balancieren.

Dann wollen wir die Zugfahrt auch selbst erleben. Unser Freund, der Tuktuk-Fahrer, bringt uns drei Bahnhöfe weiter, wo wir in den Zug zurück nach Ella steigen. Sitzplatz brauchen wir keinen. Wir stehen an der offenen Tür, weit nach außen gelehnt, und genießen den Blick auf die umliegende Landschaft. Was der Spaß kostet? Ziemlich genau 0,08€ Person . Für 45 Minuten Bahnfahrterlebnis.

Der Zug klappert langsam vor sich hin, dann erreichen wir auch schon die Nine Arches Bridge. Dort stehen unzählige Touristen und Locals, für die das Vorbeifahren des Zuges ein echtes Highlight zu sein scheint. Wie auch für uns im Zug.

In Ella steigen wir wieder aus, holen unseren Prius und düsen damit nach Kataragama am Yala Nationalpark. Dort springen wir sogleich in den Pool unseres Hotels. Bald gesellen sich zwei Pärchen aus Sri Lanka dazu, mit denen wir im Wasser Ball spielen. Die beiden Männer besitzen jeweils eine Teefabrik und wohnen in großen Villen. Einer von ihnen singt auch und zeigt uns sein Musikvideo auf YouTube. Am Ende bekommen wir ihre Visitenkarte und eine Einladung in ihre Villa.

Nächster Stopp Sri Lanka

Frühstück, Pool, Mittagessen, dann fahren wir über nach Lombok. Dort, genauer gesagt in Senggigi, verbringen wir den Abend und die Nacht, bevor es tags darauf zum Flughafen geht. Über Kuala Lumpur fliege ich nach Colombo auf Sri Lanka. Spät abends komme ich im Hostel an, wo mein Kumpel schon auf mich wartet. Er ist direkt aus der Heimat nach Sri Lanka gekommen. Nach ein paar Bierchen, inzwischen ist es mitten in der Nacht, legen wir uns schlafen.

Morgens gibt’s dann ein typisches Frühstück. Reisnudeln, frischen Fisch, Guacamole, Chili-Kokos und Gemüse. Besteck gibt’s aber keines, es wird mit den Händen gegessen. Danach planen wir mit unseren überaus freundlichen Gastgebern unsere zehntägige Reise durchs Land. Schnell bemerken wir, dass die Zeit sehr knapp ist. Deshalb leihen wir uns ein Auto, womit wir die Insel erkunden wollen. Ich geb’s ungern zu, aber es ist ein Prius.

Erster Stopp ist Kalpitiya an der Westküste der Insel. Nach einem Sprung ins Meer gibt’s gegrillten Fisch. Früh morgens fahren wir dann raus auf’s Meer, wo eine horde Delfine vor uns Luft holt. Hunderte dieser zarten Säuger springen immer wieder aus dem Wasser. Ein einmaliges Erlebnis.

Zurück im Strandresort gibt’s ein leckeres Frühstück am Strand. Nach einigen Liegestützen geht’s unter die Dusche im Freien.

Dann fahren wir weiter nach Sigiriya, wo wir den berühmten Lion Rock erklimmen. Zwischen den Ruinen des alten Königspalastes überwinden wir die 1.200 Stufen auf den Felsen; von Affen begleitet. Oben öffnet sich unser Blick auf die umliegenden Felder, Berge und Buddha-Statuen.

Danach geht die muntere Fahrt weiter in Richtung Süden. Dort beziehen wir unsere Unterkunft, Infinity-Pool inklusive. In selbigen springen wir nach dem Abendessen und entspannen uns noch, bevor die wohlverdiente Nachtruhe ansteht.

Unterwasserakrobatik zwischen ausgedehnten Poolsessions

Am nächsten Morgen will ich eigentlich die Subwing Tour machen, die ich am Vortag gebucht und bereits angezahlt habe. Allerdings hat der Kollege vergessen, dass für sie ein großer Gebetstag ist und die Tour daher ausfällt.

So schnappe ich mir nach dem Frühstück meinen Schnorchel und mache mich auf zum Strand im Osten der Insel. Dort sollte man eigentlich Schildkröten antreffen, aber ich hatte wohl kein Glück. Dafür entspannt es sich auf der Liege mit einer frischen Kokosnuss und einem Buch ganz gut.

Zum Mittagessen geht’s ins Good Earth Cafè. So viele leckere und gesunde Speisen zur Auswahl. Ich entscheide mich für Porridge mit Kokosmilch, Cranberries, Nüssen, Bananen und selbstgemachter Granola. Dazu gibt’s nen pinken Fruchtshake. Genau das Richtige für heiße Sommertage.

Gestärkt wage ich mich an den anstehenden Zwischentest des Liegestütze-Trainingsplans. Geschafft! Also noch zwei Tabatas hinterher. Schließlich dauert es nicht mehr lange, bis ich wieder ins Fußballtraining einsteigen werde und dann will ich einigermaßen fit sein. Davon abgesehen ist eine allgemeine Fitness wichtig für Körper, Geist und Seele.

Strond food, strong body. Strong body, strong mind. Strong mind, strong human.

Am nächsten Morgen klappt’s dann auch mit der Subwing Tour. Mit einem Pärchen aus Berlin und den Guides schippern wir rüber nach Gili Trawangan. Die Erklärung, wie man das Gefährt unter Wasser steuert, hört sich ziemlich kompliziert an. Linke Hand runter, rechte hoch, einhändig. Zu viele Informationen auf einmal. Ab ins Wasser, sich vom Boot ziehen lassen und einfach machen. Nach fünf Minuten “kennenlernen“ klappt’s dann schon ganz gut.

Beide Hände nach unten zum Abtauchen. Einhändig, um mit der anderen Hand den Druck in den Ohren ausgleichen zu können. Links runter, rechts hoch, Beine überkreuz für die Drehung um die eigene Achse. Nach einigen Versuchen klappt’s tatsächlich. Beim Luftholen an der Wasseroberfläche haben wir dann etwas Zeit, dem Guide vor uns bei seinen Kunststücken zuzuschauen. Schrauben, Drehungen, auf dem Board stehen, “Lazy boss in the Office“. Cool, was mit so einem simplen Board alles möglich ist.

In der Pause zur zweiten Session wollen wir natürlich wissen, wie man die Tricks macht. Auf’s Brett zu steigen gebe ich nach einigen gescheiterten Versuchen auf. Doch den “Lazy boss“ kriege ich beim ersten Mal hin. Board heranziehen, einen Fuß einhängen und sich damit festhalten. Zurücklehnen, Hände hinter dem Kopf verschränken und sich einfach ziehen lassen. So, wie ein fauler Chef eben in seinem Bürosessel sitzt. Dann kreuzen noch eine Schildkröte und einige Taucher unseren Weg, die uns ganz verdutzt hinterher schauen. Jede Menge Action und Spaß.

Zurück an Land ist es auch schon Zeit zum Mittagessen. Ich gehe wieder ins Good Earth Cafè, wo ich einen cremigen Milchreis mit Kokosmilch, Nüssen und frischer Ananas bestelle. Dazu einen scharfen Ingwer-Shot und einen grünen Smoothie mit Kokoswasser. Kurze Zeit später gesellt sich mein schweizer Kollege dazu, der gerade erst auf Gili Air angekommen ist. Dann geht’s zurück ins Hostel und an den Pool zum Abkühlen. Hier lassen sich einige Stunden totschlagen.

Am nächsten Morgen, solange es noch einigermaßen kühl ist, absolviere ich wieder ein Workout; Liegestütze, eine Tabata für die Beine und eine für den Rumpf. Dann geht’s im selben Rhythmus wie am Vortag weiter: Pool, Mittagessen, Pool, Abendessen, Pool. Mittags Mexikanisch am Strand, abends Pizza beim Italiener.

Beine hochlegen auf Gili Air

Nach der anstrengenden Tour geht’s rüber auf Gili Air. Dort ist dann Beine hochlegen und Schlaf nachholen angesagt. Erst am nächsten Tag erkunde ich ein wenig die Insel. Zu Fuß, denn von meinem Hostel aus sind es nur jeweils wenige hundert Meter bis an die Strände. Und die Bewegung hilft gegen den Muskelkater. Wie auch die Fußmassage, die ich mir gönne.

Auf den Gilis gibt’s weder Autos noch Motorräder, bis auf einige mit Elektroantrieb. Dafür kann man sich von Pferdekutschen herumfahren lassen. Polizei braucht es dann ja keine. So bekommt man überall Marihuana und Magic Mushrooms angeboten. Man lehnt natürlich respektvoll ab.

Dann lege ich mich an den Pool im Beranda Hostel, das eher einem Ressort gleicht. Die Bungalows sind zwar nicht groß, aber gemütlich. Und am Pool mit großem Garten drumherum kann man gut entspannen.

Danach beginnt es zu regnen, deshalb gehe ich zum Mittagessen nur ins neu eröffnete Restaurant Eating Freely nebenan. Die Leute sind da sind super und wir unterhalten uns mehrere Stunden lang. Der Besitzer erzählt von seinen Erfolgen im nationalen Barkeeper-Wettbewerb und bittet mich um Tipps, wie er die Passanten ansprechen soll, damit sie einkehren. Zurück im Hostel nutze ich das Wetter und schwimme im verlassenen Pool einige Runden.

Pünktlich zum Sonnenuntergang hellt der Himmel dann etwas auf, sodass ich mich auf den Weg zum Strand mache. Auf der Türschwelle stehen plötzlich zwei meiner Trekking-Kollegen vor mir und wir gehen zusammen zum Strand.

Der Himmel beginnt bereits, sich zu färben. Lila, violett, orange, feuerrot. Ein unglaubliches Naturschauspiel und definitiv der beste Sonnenuntergang, den ich je gesehen habe.

Nach zwei Cocktails und einem Rückblick auf unsere gemeinsame Tour essen wir gemeinsam zu Abend. Tags darauf, nach veganen Pancakes mit Kokosschaum zum Frühstück, gehe ich zum Schnorcheln. Die erhofften Schildkröten habe ich zwar nicht gesehen, dafür aber viele von Nemos Freunden.

Auf dem Weg zurück entdecke ich Aura Bowl, ein kleiner Stand, wo es leckere Smoothie Bowls gibt. Frisch pürierte Früchte, Haferflocken, Nüsse, Trockenfrüchte und Obst on top, da kann ich natürlich nicht Nein sagen.

Danach wage ich mich wiedermal an die Liegestütze. Zum Abkühlen ein Sprung in den Pool, dessen Wasser aber ziemlich warm ist. Zum Abendessen geselle ich mich zu meinen Freunden nebenan. Dort laden mich zwei Schweizer zu ihrem Tisch ein. Ich erzähle ihnen von den guten Cocktails und müssen diese dann natürlich auch probieren. Wir verbringen einen lustigen Abend.

Mt. Rinjani Trekking: Tag 3

Um halb 7 werden wir wieder mit Tee und Pfannkuchen geweckt. Der Träger zittert dabei vor Kälte. Er und seine Kollegen, sowie unser Guide Ali haben nämlich nicht einmal ein Zelt zum Schlafen. Sie schlafen alle zusammen unter einer Plane, die sie irgendwie über Bambusrohre gespannt und an Grasbüscheln festgebunden hatten. Und trotz allem sind sie gut gelaunt und scheinen Freude an ihrem Job zu haben.

Kurzer Blick auf den Mt. Agung auf Bali, dann beginnen wir unseren letzten Abstieg ins Tal. Fast 5 Stunden stets bergab, 10km und 2.100 Höhenmeter, da freuen sich Knie und Oberschenkel. Zumindest führt der Großteil des Weges durch Schatten spendenden Regenwald. Eine halbe Stunde vor dem Ende des Treks in Senaru gibt’s noch Mittagessen.

Dann haben wir es geschafft. Müde, ausgelaugt, aber zufrieden. Wir haben die Herausforderung gemeistert.

2,5 Tage Abenteuer

16 Stunden Trekking

35km zurückgelegte Strecke

3.300 Höhenmeter aufwärts

3.700 Höhenmeter abwärts

Dazu durfte ich tolle Menschen kennenlernen. Ein unvergessliches Erlebnis.

Mt. Rinjani Trekking: Tag 2

Einst war der Vulkan über 5.000 Meter hoch, ist nach einem verheerenden Ausbruch im 14. Jahrhundert aber in sich zusammengefallen. Es war dies der gravierendste Ausbruch des Jahrhunderts mit Ascheregen bis zu den Polen.

Deshalb dürfen wir am zweiten Tag der Tour “nur“ etwa 1.100 Höhenmeter bewältigen. Um 2 Uhr nachts werden wir von unserem Guide Ali mit Tee und Bananenbrot geweckt. Es war eine kurze Nacht, vor allem, da wir durch die dünne Unterlage jede Unebenheit im Boden gespürt haben. Doch die Vorfreude überragt die Müdigkeit.

Rein in die nassen, eiskalten Turnschuhe. Kurz vor 3 Uhr beginnen wir die Besteigung des Mt. Rinjani, vor uns bereits eine Kolonne von Gipfelstürmern, sodass es bereits an der ersten kniffligen Stelle staut. Wo möglich versuchen wir uns vorbei zu kämpfen, in der Dunkelheit sehen wir aber häufig die alternativen Routen nicht und folgen den vorausgehenden Lichtern.

Nach dem ersten steilen Teilstück geht es erstmal etwas flacher am Kraterrand entlang. Durch den Regen am Vortag ist der schwarze Vulkansand aber trotzdem sehr rutschig. Irgendwann bemerke ich, dass ich meine Kollegen abgehängt habe. Jetzt packt mich der Ehrgeiz und ich drücke aufs Gas. So gut es eben geht. Denn der letzte Abschnitt ist wieder sehr steil, sodass man bei jedem Schritt auf dem lockeren Untergrund wieder einen halben Schritt zurück rutscht. Als würde man über feinen Sandstrand laufen, nur eben bergauf. Zudem schwindet die Kraft in den Beinen so langsam, sodass das oberste Ziel ist, sich nicht hinzulegen.

Wie im Tunnel marschiere ich weiter, mit dem Ziel, keine Pause mehr einzulegen. Knapp unterhalb des Gipfels schimmert plötzlich etwas Weißes aus dem schwarzen Geröll hervor. Hier liegt tatsächlich das komplette Skelett eines Affen mitten auf dem Weg.

Kurz danach erreiche ich den Gipfel des 3.726 Meter hohen Vulkans. Zweieinhalb Stunden stets bergauf, über mehr als holprigen Untergrund. Hoffentlich ergattere ich noch einen guten Platz für den Sonnenaufgang. Aber entgegen aller Erwartungen komme ich als fünfter oben an. Wo sind die ganzen Leute geblieben, die, als wir gestartet sind, schon den ersten Anstieg überwunden hatten? Wahrscheinlich habe ich sie beim Überholen in der Dunkelheit nicht gesehen. Denn auch die zwei Jungs aus Kalifornien hatte ich vor mir vermutet.

Platz 5 der offiziellen Gipfelerklimmer 2018, denn es ist dies der erste Tag dieses Jahres, an dem der Mt. Rinjani offiziell geöffnet ist. Der Nachteil ist aber, dass ich jetzt bei eisigem Wind friere, bis die Sonne zum Vorschein kommt. Und dies dauert fast eine Stunde. Inzwischen ist unsere Gruppe fast komplett oben angekommen und freut sich über den Erfolg. Nur unser Guide hinkt, wie auch schon am Vortag, ziemlich hinterher. Dann erhellt sich der Horizont, gelb, orange, rot.

Der Feuerball erhebt sich über den Wolken. Die ersten Sonnenstrahlen erwärmen unsere Haut. Die Freude ist allen ins Gesicht geschrieben. Oberstes Ziel: Nicht allzusehr zittern beim Fotos schießen. Am besten nur ein paar Schnappschüsse und dann den Moment genießen.

Der Weg nach unten fühlt sich dann eher wie eine Surfstunde an. Einmal anschubsen und sich auf dem Geröll treiben lassen. Macht eigentlich ziemlich Spaß und mir wird dabei schnell wärmer. Inzwischen liegt auch der Kratersee in der Sonne und bietet ein tolles Bild.

Am Zeltplatz gibt’s dann Pfannkuchen und Tee. Inzwischen ist es heiß in der Sonne. Danach beginnen wir auch schon den dreistündigen Weg zum Kratersee hinunter. Die teilweise sehr hohen Stufen machen es den Knien und Oberschenkeln nicht einfach. Ein Stück am See entlang, dann gibt’s Mittagessen. Während die Träger dies noch zubereiten, kühlen wir uns im kalten Wasser ab und betrachten den Vulkankegel in der Mitte des Sees. Der Mount Barujari ist immer noch aktiv und Rauch steigt aus dem Krater.

Nach dem Lunch geht’s dann wieder aufwärts. Schwitzen ist wieder angesagt und die Beine sind auch nicht mehr ganz frisch. Unsere Träger dagegen haben damit anscheinend keine Probleme. Sie marschieren unaufhaltsam weiter in ihren Flip-Flops, über teils senkrechte Stufen. Unglaublich.

Auf dem gegenüberliegenden Kraterrand bauen sie dann unser Nachtlager auf, während wir noch den wunderbaren Blick auf den See genießen. Nach dem Sonnenuntergang und Abendessen legen wir uns auch schon schlafen. Es war ein langer und anstrengender Tag. Insgesamt haben wir 14km in etwa 10 Stunden bewältigt, davon 6km und 1.700 Höhenmeter bergauf.

Mt. Rinjani-Trekking: Tag 1

Um 5 Uhr morgens werde ich im Hostel abgeholt. Von unterwegs schaue ich mir den Sonnenaufgang über dem Mt. Rinjani an. Den nächsten Sonnenaufgang werden wir von da oben betrachten. In Senaru gibt’s dann erstmal Frühstück, bevor wir weiter nach Sembalun fahren. Dort starten wir das dreitägige Abenteuer, knapp unterhalb von 1.000 Metern Meereshöhe.

Unsere Gruppe, das sind zwei Jungs aus Washington DC, ein deutsch-französisches Pärchen, ein Belgier und ich. Begleitet werden wir von unserem Guide und 3 Trägern. Der erste Anstieg erfolgt über Wiesen, in brütender Hitze bereits um 9 Uhr morgens. Nach der ersten kurzen Pause geht’s großteils im Schatten des Regenwaldes weiter. Inzwischen spenden auch Wolken wohltuenden Schatten. Nach etwa 3 Stunden gibt’s dann Mittagessen auf der Wiese bei Position 2. Die Träger haben uns Nudelsuppe, Tee und Ananas zum Nachtisch zubereitet.

Beim Essen bekommt unsere Gruppe Zuwachs. Für zwei Brüder aus Kalifornien ist deren Gruppe zu langsam, deshalb schließen sie und ein Träger sich uns an. Und dann beginnt es zu regnen. Um rechtzeitig auf dem Krater zu sein, müssen wir aber trotzdem weitermarschieren.

Als wir zum schwierigen Aufstieg über Vulkansand und Felsen kommen, schüttet es wie aus Eimern. Der schwarze, sandige Weg ist jetzt ein reißender Fluss. Deshalb suchen wir erstmal Schutz unter dem Blechdach bei Position 3. Die Träger aber marschieren weiter, in FlipFlops oder gar barfuß, kurze Hose, T-Shirt und über 40kg Gepäck auf einer Schulter. Ein Bambusrohr mit einem Korb links und rechts. Wahnsinn.

Da der Regen nicht nachlassen will, machen wir uns wieder aus den Weg. Schließlich müssen wir unser Nachtlager noch vor Einbruch der Dunkelheit erreichen. Der letzte Abschnitt des ersten Tages führt steil nach oben, über Wurzeln und schwarzen, aufgeweichten Sand. Immerhin hat es aufgehört zu regnen und der Regenbogen zeigt sich ein seinen schönsten Farben. Da lohnen sich die Anstrengungen doch.

Nach 8 Stunden, 10km und 1.660 Höhenmetern erreichen wir schließlich unseren Zeltplatz auf dem Kraterrand. Während unsere Zelte aufgebaut und das Abendessen zubereitet wird, genießen wir den Blick auf den Kratersee.

Der Blick nach oben auf den Gipfel bleibt uns leider noch verwehrt. Und da wir alle total durchnässt sind und ein eisiger Wind weht, verkriechen wir uns auch gleich ins Zelt und versuchen uns am Tee zu wärmen. Dann ist Nachtruhe angesagt, schließlich ist es bereits 7 Uhr abends. Und der nächste Tag soll es in sich haben.