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Yosemite Nationalpark

Als erstes “Herantasten“an den Yosemite Nationalpark fahren wir zum Chilnualna Fall. Wir nehmen aber natürlich nicht den ausgetretenen Pfad dorthin, sondern springen und klettern über die Felsen im Fluss nach oben. Wir haben eben lieber etwas mehr Action. Am Abend, als Einstimmung auf den nächsten Tag, schauen wir uns Valley Uprising an, ein Film über die Kletterhelden des Yosemite Valleys.

Am nächsten Morgen fahren wir dann endlich hinein ins Yosemite Valley. Am Eingang funktioniert das POS-Gerät nicht, also sollen wir beim Hinausfahren bezahlen. Kein Problem, machen wir. Kurz darauf fahren wir durch einen Tunnel. Und dann steht er plötzlich vor uns: El Capitan. Eine majestätische Felswand, die mit ihren fast 1.000 Metern Höhe zu den schwierigsten Kletterwänden der Welt zählt. Wir wagen uns aber nicht an die Wand, noch nicht.

Dafür erklimmen wir den Glacier Point und den Sentinel Dome auf der gegenüberliegenden Talseite. Nach unzähligen Serpentinen erreichen wir den Glacier Point, einen Felsvorsprung auf 2.200 Metern. Da eine Straße bis fast zum Aussichtspunkt führt, müssen wir uns eine etwas abgelegenere Stelle suchen, wo wir ungestört Fotos schießen können. Dafür schauen wir fast 1.000 Meter gerade hinunter auf den Talboden und hinüber zum Half Dome, dem zweiten legendären Kletterfelsen im Yosemite Valley. Mit fast 2.700 Metern Höhe ist er noch etwas imposanter als El Capitan.

Da wir nach 7km und 1.000 Höhenmetern noch nicht genug haben, marschieren wir weiter auf den Sentinel Dome. Nochmals 3km und 300 Höhenmeter, diese haben sich aber gelohnt. Es bietet uns ein 360 Grad Rundumblick. El Capitan, Half Dome und die umliegenden Gipfel, unzählige senkrechte Felswände. Ein faszinierender Anblick.

Zurück im Tal fahren wir zum Camp 4, dem Campingplatz der Kletterpioniere des Yosemite Valley. Dort haben sie den ganzen Tag lang trainiert, um die unmenschlichen Herausforderungen zu meistern. Dann wagen wir uns doch noch an El Capitan. Aber auch als wir näher kommen, können wir keine Griffe erkennen und es macht sich Resignation breit. Dafür müssen wir wohl noch etwas trainieren.

Hippie-Dorf Pai

Von der Fahrt nach Pai, nordwestlich von Chiang Mai, haben wir schon viel gehört. Das Rasen der Busfahrer und die vielen Kurven haben wohl schon den ein oder anderen schlecht werden lassen. Aber wir haben die Fahrt gut überstanden. Da war der Fußmarsch den Hügel hinauf zum Chilling Hill Guesthouse schlimmer. Dort erwarten uns kleine Bungalows, eine Bar und eine große Terrassenlandschaft aus Bambus. Dazwischen stehen Palmen und Bambusrohre, richtig urig.

Um den Fußweg nicht nochmals bewältigen zu müssen, lassen wir uns einen Motorroller bringen. Damit fahren wir zur Walking Street ins Zentrum von Pai. Dort gibt es jede Menge tolle Läden und Verkausfsstände mit Kleidung und handgemachtem Schmuck. Alles ist schön bunt, genau wie die Menschen hier. Dazwischen gibt es natürlich auch allerlei Streetfood und Tee, der aus Bambusrohren getrunken wird. Wunderschönes Städtchen mit chilligem Ambiente. Auf dem Heimweg suchen wir noch eine Tankstelle, denn das Motorrad wurde uns mit leerem Tank übergeben. Da wir keine finden und uns unser Navi im Handy im Stich lässt, wollen wir doch zum Hostel hoch fahren und am nächsten Tag auftanken. Da macht das Fahrzeug aber nicht mit. Auf halber Strecke geht der Motor aus und wir dürfen den Rest schieben.

Und damit nicht genug. Kaum ins Bett gelegt, wehren sich unsere Körper gegen etwas. Wir haben wohl etwas schlechtes gegessen. Erst zwei Tage später geht’s bei mir wieder einigermaßen. Ich schwinge mich auf den Motorroller und schaue mir einige Attraktionen südlich von Pai an. Zuerst die World War 2 Memorial Bridge. Von da nicht weit liegt der Pai Canyon. Schon beeindruckend, welch außergewöhnliche Landschaft die Natur entstehen lassen kann. Es ist Mittag und die Sonne brennt herab. Deshalb halte ich mich da auch nicht länger auf. 

Etwas weiter nördlich liegt der Land Split, wo sich 2011 plötzlich ein metertiefer Graben aufgetan hat. Nächste Station ist die Bamboo Bridge, eine etwa 2km lange Bambusbrücke, die auf einem Meter Höhe über die Reisfelder schwebt. Bei jedem Schritt knirscht sie, aber es macht Laune, darauf lang zu laufen. Man hat einen tollen Blick über die Reisfelder und die Wasserbüffel, die sich in einem Tümpel Erfrischung holen. 

Die hole ich im Anschluss daran auch, und zwar beim Pam Bok Wasserfall. Leider habe ich die Badehose nicht dabei, sodass das Abkühlen der Füße reichen muss. Auf dem Rückweg zum Chilling Hill Guesthouse mache ich noch in einer Bar auf einem kleinen Hügel halt. Auf der Terrasse hängen gemütliche Hängesessel von der Decke und ich genieße den Ausblick über das grüne Tal. 

Schade, dass wir die Zeit in Pai nicht besser nutzen konnten. Die Gesundheit hat leider nicht so ganz mitgespielt. Denn dieses idyllische Städtchen hätte noch so einiges zu bieten.