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Nationalpark-Hopping und Route 66

Am nächsten Morgen, direkt nach dem Frühstücksbuffet in einem der Hotel-Restaurants, holen wir unseren Mietwagen ab. Zwischen drei verschiedenen SUVs der selben Klasse wählen wir einen Nissan Rogue. Damit cruisen wir gleich den Las Vegas Boulevard entlang, um uns das Schauspiel nochmals anzusehen. Aus der Stadt draußen testen wir dann mal alle Annehmlichkeiten unseres Gefährts. Die Ausstattung lässt echt keine Wünsche offen.

Als erstes steuern wir den Valley of Fire State National Park an. Zwischen bizarren, roten Felsformationen hindurch schlängeln wir gemächlich die Straße entlang. Gleich beim ersten Halt zeigen wir den wenigen anwesenden Touristen, dass wir aus den Bergen kommen und nicht das erste mal klettern.

Danach fahren wir weiter den Freeway entlang. Die Weite des Landes ist verblüffend. Man fährt Meile um Meile und sieht… Nichts. Deshalb schaffen wir es auch nicht, den Zion National Park vor Sonnenuntergang zu erreichen. Trotzdem fahren wir die Passstraße durch den Park und schießen ein paar tolle Bilder im schwächer werdenden Licht.

Für den nächsten Tag haben wir drei absolute Highlights auf dem Programm. Deshalb brechen wir früh auf, um rechtzeitig die einstündige Wanderung zu “The Wave“ anzutreten. Nach wenigen Schritten erreichen wir einige steil aufragende Felsen, voll mit antiken Gravierungen. So weit, so gut. Aber der Mangel an Wegweisern oder anderen Wanderern bereitet uns Schwierigkeiten. So laufen, springen und klettern wir zwei Stunden lang querfeldein, ohne unser Ziel auch nur erahnen zu können. Schließlich müssen wir kehrt machen. Auf dem Rückweg, allein zwischen roten, brüchigen Felsen, toben wir uns nochmal richtig aus und genießen die Freiheit.

Danach bringt uns unser SUV zum Horseshoe Bend. Hier schlängelt sich der Colorado River durch den Canyon. Vom Abgrund aus bietet sich ein atemberaubender Blick über die 180 Grad Kurve. Ein beeindruckendes Naturschauspiel. Auf dem Rückweg zum Parkplatz sehen wir, wie sich ein Mann abmüht, seine Frau im Rollstuhl den sandigen Weg hoch zu schieben. Da gehen wir gerne kurz zur Hand und machen ihnen damit eine Freude.

Unser drittes Highlight des Tages, der Antilope Canyon, lassen wir schweren Herzens aus. Für eine gerade einmal sieben minütige Führung ist der Preis einfach unverschämt hoch. So fahren wir weiter in Richtung Gran Canyon, der am nächsten Tag auf unserem Programm steht. An einer Tankstelle wollen wir uns einen kleinen Snack holen. Alles, was es dort zu kaufen gibt, sind aber Softdrinks und Chips. Nichts gesundes, weder Obst noch Gemüse, bis auf Essiggurken.

Tags darauf fahren wir über den South Rim zum Gran Canyon National Park. Dort suchen wir uns die abgelegensten und unzugänglichsten Aussichtspunkte aus, um den ganzen Touristen zu entfliehen. Über Felsen klettern und springen können wir ja. Da staunen selbst die Deutschen, die auf wackeligen Beinen versuchen, hinterher zu kommen. Belohnt werden wir mit einem atemberaubenden Blick über den Canyon. Die Weite, die Tiefe der Schluchten und der dazwischen aufragenden Felswände sind gigantisch. Selbst wenn man die Beine über den Abgrund baumeln lässt, kann man das Naturschauspiel kaum begreifen.

Auf unserer Weiterfahrt biegen wir auf die historische Route 66 ab. Die Straße scheint endlos geradeaus zu führen, links und rechts nichts außer Wiesen und einige Rinder. In der Ferne ragen blass einige Hügel empor. Ein Gefühl von Freiheit schleicht sich ein. Die Tankstelle erinnert an einen alten Wild-West-Film. Rostige Schrottlauben vor einem Heuschuppen und ein Route 66-Schild. An einer ehemaligen Tanke stehen noch ein alter VW Käfer und eine Telefonzelle. Man fühlt sich in eine andere Zeit versetzt, während man die letzten Sonnenstrahlen des Tages genießt.

Hippie-Dorf Pai

Von der Fahrt nach Pai, nordwestlich von Chiang Mai, haben wir schon viel gehört. Das Rasen der Busfahrer und die vielen Kurven haben wohl schon den ein oder anderen schlecht werden lassen. Aber wir haben die Fahrt gut überstanden. Da war der Fußmarsch den Hügel hinauf zum Chilling Hill Guesthouse schlimmer. Dort erwarten uns kleine Bungalows, eine Bar und eine große Terrassenlandschaft aus Bambus. Dazwischen stehen Palmen und Bambusrohre, richtig urig.

Um den Fußweg nicht nochmals bewältigen zu müssen, lassen wir uns einen Motorroller bringen. Damit fahren wir zur Walking Street ins Zentrum von Pai. Dort gibt es jede Menge tolle Läden und Verkausfsstände mit Kleidung und handgemachtem Schmuck. Alles ist schön bunt, genau wie die Menschen hier. Dazwischen gibt es natürlich auch allerlei Streetfood und Tee, der aus Bambusrohren getrunken wird. Wunderschönes Städtchen mit chilligem Ambiente. Auf dem Heimweg suchen wir noch eine Tankstelle, denn das Motorrad wurde uns mit leerem Tank übergeben. Da wir keine finden und uns unser Navi im Handy im Stich lässt, wollen wir doch zum Hostel hoch fahren und am nächsten Tag auftanken. Da macht das Fahrzeug aber nicht mit. Auf halber Strecke geht der Motor aus und wir dürfen den Rest schieben.

Und damit nicht genug. Kaum ins Bett gelegt, wehren sich unsere Körper gegen etwas. Wir haben wohl etwas schlechtes gegessen. Erst zwei Tage später geht’s bei mir wieder einigermaßen. Ich schwinge mich auf den Motorroller und schaue mir einige Attraktionen südlich von Pai an. Zuerst die World War 2 Memorial Bridge. Von da nicht weit liegt der Pai Canyon. Schon beeindruckend, welch außergewöhnliche Landschaft die Natur entstehen lassen kann. Es ist Mittag und die Sonne brennt herab. Deshalb halte ich mich da auch nicht länger auf. 

Etwas weiter nördlich liegt der Land Split, wo sich 2011 plötzlich ein metertiefer Graben aufgetan hat. Nächste Station ist die Bamboo Bridge, eine etwa 2km lange Bambusbrücke, die auf einem Meter Höhe über die Reisfelder schwebt. Bei jedem Schritt knirscht sie, aber es macht Laune, darauf lang zu laufen. Man hat einen tollen Blick über die Reisfelder und die Wasserbüffel, die sich in einem Tümpel Erfrischung holen. 

Die hole ich im Anschluss daran auch, und zwar beim Pam Bok Wasserfall. Leider habe ich die Badehose nicht dabei, sodass das Abkühlen der Füße reichen muss. Auf dem Rückweg zum Chilling Hill Guesthouse mache ich noch in einer Bar auf einem kleinen Hügel halt. Auf der Terrasse hängen gemütliche Hängesessel von der Decke und ich genieße den Ausblick über das grüne Tal. 

Schade, dass wir die Zeit in Pai nicht besser nutzen konnten. Die Gesundheit hat leider nicht so ganz mitgespielt. Denn dieses idyllische Städtchen hätte noch so einiges zu bieten.