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Bye bye Asien

Etwas weiter nördlich beziehen wir tags darauf unser Ressort. Schöner Pool, großer Garten und nur zwei Zimmer. Nicht nur, dass wir die einzigen Gäste sind, auch von den Angestellten lässt sich kaum mal jemand blicken. Beim Kaffee im Restaurant nebenan kriegen wir Besuch von einem großen Dickhäuter.

Tags darauf machen wir uns auf nach Negombo. Dort werden wir sehr herzlich empfangen von unseren Freunden vom ersten Aufenthalt im Explore Hostels. Zusammen mit einer Düsseldorferin verbringen wir einen sehr lustigen Abend mit dem ein oder anderen Bier.

Morgens gibt’s dann erstmal ein deftiges Frühstück, um gestärkt zum Tauchcenter zu fahren. Unser Gastgeber Ravi begleitet uns dabei und hilft bei der Kommunikation. Leider sind die Bedingungen zum Tauchen nicht ideal und die Zeit bis zu meinem Flug ist zu kurz. Deshalb entscheiden wir uns kurzfristig für’s Wakeboarden. Raus auf’s Meer, Board angeschnallt, Leine festgehalten und ab geht die wilde Fahrt. Gar nicht so einfach, das Gleichgewicht zu halten. Außerdem braucht man zum Festhalten ziemlich viel Kraft. Aber es macht Spaß, auch wenn ich mich nicht als Naturtalent bezeichnen würde.

Nach einem Powernap müssen wir Biernachschub holen. Dabei begleitet uns unser Gastgeber, der auch für unser Dinner einkauft. Es gibt srilankisches Curry mit allerlei Soßen, Gemüse und Reis; sehr lecker. Ich werde das Essen hier vermissen. Genauso wie die lustigen Runden im Hostel mit den beiden Gastgebern. Immer gut gelaunt, bei jeglichem Anliegen behilflich und sehr herzlich gestalten sie den Aufenthalt sehr entspannt. Mit einer Einladung in ihr Haus und einer Umarmung müssen wir uns schließlich verabschieden. Denn meine Asienreise endet hier.

Einfach mal nichts tun in Puerto Princesa

Es regnet, also gut getroffen zum Weiterreisen. Mittags komme ich in Puerto Princesa an. Nach dem Lunch und einem Kaffee im Itoy’s Speciality Coffee House will ich eigentlich die Palaweño Brewery besichtigen, bleibe aber dort im Biergarten hängen. Bis zum Torschluss habe ich dann alle Biersorten probiert, einschließlich der beiden Spezialbiere. Ein sehr unterhaltsamer Nachmittag/Abend mit Einblicken in die Braukunst, Reisetipps und Anekdoten über Partys in der Brauerei.

Allerdings lässt mich daraufhin irgendetwas nicht einschlafen und so liege ich die ganze Nacht wach. Deshalb fehlt mir morgens auf die Motivation, irgendwas zu unternehmen. Bis auf einen Spaziergang für mein zweites Frühstück und spätes Mittagessen verbringe ich den Tag im Hostel. Die Stadt bietet eh nicht sonderlich viel außer lauten Tricicles und Jeepneys.

Nach einem Nickerchen kann ich mich dann doch zu ein wenig Bewegung aufraffen. Liegestütze und einige Calisthenics-Übungen stehen auf dem Plan. Neben der Stärkung der Muskulatur steht dabei vor allem das Verbessern der Beweglichkeit im Vordergrund.

Look after your body, you only have one.

Nächster Tag, selbes Spiel. Nach dem Frühstück hänge ich im Hostel rum, lese mein Buch weiter und studiere die dort hängende Landkarte. Aber es sind zu viele Orte, die ich noch gerne besichtigen würde. Noch vor dem Mittagessen gibt der Hostelbesitzer einen Brandy aus. Kann man mal machen. Nach leckerem Sushi zum Lunch folgt die zweite Runde, bevor ich mich so langsam auf den Weg zum Flughafen mache, um nach Manila zu fliegen.

Schnorcheln mit den größten Fischen der Welt

Weiter geht meine Reise auf der Insel Cebu. Vom Flughafen in Cebu City fahre ich nach Boljoon, ab der Ostküste der Insel. Als ich gegen 18:00 Uhr im Noordzee Hostel ankomme, ist es bereits dunkel. Trotzdem können sich der Privatstrand mit den gemütlichen Liegen, die Strandbar und das Restaurant mit Meerblick sehen lassen.

Mein Gemeinschaftszimmer hingegen ist etwa 9m² groß und beherbergt 9 Leute. Jeweils 3 Betten übereinander, dazwischen kaum Platz zum umdrehen. Aber die Betten sind gemütlich und zum Schlafen reicht’s.

Beim Check-In lerne ich gleich zwei Mädels kennen, die mich einladen, am nächsten Morgen mit ihnen nach Oslob zu fahren und dort mit den Walhaien zu schnorcheln. Es sind dies die größten Fische der Welt, die man ansonsten nicht so leicht vor die Linse bekommt. Deshalb heißt es um 4:30 Uhr aufstehen und dann ab ins Wasser. Von einem kleinen Boot aus werden die riesigen Tiere gefüttert, sodass sie an den Booten mit dem staunenden Publikum entlang schwimmen. Wenn sie dann an deinem Boot vorbei kommen, heißt es schnell sein. Abtauchen und vom Bootsführer Fotos schießen lassen. Wirklich ein einmaliges Erlebnis.

Dann entspannen wir gemeinsam am Strand im Hostel. Und weil der Tag lang ist, wenn man so früh aus den Federn kommt, steht abends noch ein Bodyweight-Workout am Strand an. Liegestütze von meinem 7-Wochen-Programm und anschließend 2 Tabatas. Im lockeren Sand sind die Übungen noch anstrengender als ohnehin schon.

Auch die nächsten 3 Tage verbringen wir bzw. ich im Hostel. Warum auch woanders hin gehen, wenn man da alles hat, was man braucht. Die Liegen eignen sich gut für Yoga bzw. Streching. Bei vielen Übungen werden für eine gute Ausführung flexible Muskeln benötigt und außerdem beugt man dadurch Verletzungen vor.

Da früh aufstehen mut der richtigen Morgenroutine kein Problem ist, sehe ich mir am nächsten Tag den Sonnenaufgang an. Um 5:30 Uhr aufstehen, Sonnenaufgang, Workout.

Dieses Mal integriere ich die Fitnessgeräte, die am Strand bereitstehen. Liegestütze und anschließend je eine Bodyweight- und Hantel-Tabata. Wie viel die aus Beton gegossenen Hanteln wiegen, weiß niemand so genau.

Nächster Halt: Philippinen

Mein 8. Flug in etwas mehr als 2 Monaten bringt mich auf die Philippinen. Die Tricicle-Fahrt zum Hostel auf der kleinen Insel Boracay gibt Einblick in das Inselleben. Schmale, ruppelige Straßen, einfache Hütten, grüne Felder und Wälder. Bei Dämmerung gehen erste Rauchwolken hoch; Müllentsorgung. Männer schlafen tagsüber in der Hängematte, die unterm Lastwagen hängt.

Vietnam, Thailand, Malaysia, Singapur, es wurde immer moderner auf meiner bisherigen Reise. Dann komme ich auf den Philippinen an.

Back to basic.

Dass hier Rechtsverkehr herrscht, fällt mir erst nach einer Weile auf. Es waren die Spanier, die diesem Inselstaat ihren Stempel aufgedrückt haben. Das Chillax Flashbacker Hostel besteht aus terrassenförmig gestapelten Schiffscontainern. So hat jeder Schlafsaal seine eigene kleine Terrasse. Dazu gibt es einen großen Gemeinschaftsbereich, eine Bar im Garten und eine Dachterrasse mit Pool.

Inhaber Dan zeigt mir gleich die Hotspots der Insel, die besten Strände und wo man feiern kann. Beim Abendessen im Hostel lerne ich einen Philippino aus Manila, zwei Brüder aus Frankreich und einen Hamburger kennen. Wir gehen zusammen feiern und schauen uns die verschiedenen Strände der kleinen Insel an, wo wir Frisbee spielen.

Bevor ein Teil der Gruppe abreist, versuchen wir ein Gruppenfoto im Pool zu schießen. Gar nicht so einfach, unter Wasser eine gute Figur zu machen. Und da die Franzosen anscheinend Fans von Gruppenfotos sind, schießen wir noch eines am Strand, alle im Kopfstand. Nach mehreren Versuchen gelingt es uns tatsächlich, dass wir alle gleichzeitig Kopf stehen.

Am Abend ist es dann wieder Zeit für Tabata. Auf der Dachterrasse ist dafür ausreichend Platz und es weht ein erfrischender Wind. Aufwärmen, 3 Tabatas und anschließend noch je eine Serie Liegestütze und Bauchmuskelübungen.

The best part is that it’s hard.

Dann verlassen uns 3/5 des Teams und ich verbringen die verbleibenden zwei Tage mit meinem neuen Kumpel aus Manila, der gleichzeitig mein Reiseführer ist. Er zeigt mir lokale Spezialitäten und gibt mir Tipps für meine weitere Reise durch die Philippinen. Dafür zeige ich ihm, was eine Tabata ist und erkläre ihm die Vorteile des Workouts. Nach 3 Tabatas sind wir beide völlig außer Puste, aber zufrieden.

Struggle makes you stronger

One night in Pattaya

Gerne wäre ich noch länger auf Koh Chang geblieben, aber das Beach Jungle ist für die nächsten Tage ausgebucht und auch sonst ist kein Hostel in meiner Preisklasse verfügbar. Deshalb will ich weiter nach Südthailand. Das heißt mit dem Bus nach Pattaya und von da aus fliegen. Laut Booking Office schaffe ich das aber nicht am selben Tag, wodurch ich eine Nacht in Pattaya verbringen werde, am Ballermann Asiens. Muss man auch mal gesehen haben.

Einer meiner neuen Freunde hat mir das Nonze Hostel empfohlen. Direkt am Strand, superstylisch eingerichtet mit vielen kleinen Highlights. Man schläft in seiner eigenen Box und auf dem Weg nach unten kann man die Rutsche nehmen.

Der Strand ist hier ein kaum fünf Meter breiter Streifen, von dem nur kurze Abschnitte den Schwimmern zugewiesen sind. Der Rest ist für die Boote, vom Kajak bis zum Jetski.

Nur wenige Meter weiter beginnt die berühmte Walking Street, wo sich Pubs und Tanzclubs aneinander reihen. Es gibt zwar weder Bierkönig noch Megapark, aber feiern kann man hier auch gut. Ich schaue mir das bunte Treiben erstmal an. Lausche der Livemusik bei einem kühlen Chang. Hierher sollte ich auf jeden Fall nochmals mit meinen Kumpels kommen.

Dann entschließe ich mich doch in eine der berühmten Shows zu gehen, nachdem ich bestimmt schon hunderte Promoter mit halbnackten Frauen auf ihren Flyern abgewimmelt habe. Und die Show ist sehenswert. Wenn man eine Nacht in Pattaya verbringt, sollte man sich diese Shows nicht entgehen lassen.

Am nächsten Morgen spaziere ich zum Leuchtturm und zum Pattaya City Sign Viewpoint, wohl dem in Hollywood nachempfunden. Die Walking Street ist mittags wie leergefegt. Es ist wohl zu heiß, um sich auf die Straße zu wagen. Das merke ich auch am eigenen Leib. Klatschnass komme ich oben am Schriftzug an. Der Ausblick auf den geschwungenen Strand, den Fährhafen und die Hochhäuser Pattayas entschädigt für die Strapazen.

Nach dem Mittagessen der nächste Punkt im Pflichtprogramm für einen Aufenthalt in Pattaya. Ein Bier im Hooters, dem größten weltweit. Hier könnte man auch gut mit Kumpels feiern und sich am Anblick der Kellnerinnen erfreuen. Letzteres geht aber auch alleine recht gut.

Lonley Beach mit Freunden

Raus aus dem Großstadttrubel, auf nach Koh Chang im Osten Thailands. Lonley Beach klingt genau richtig, um am Strand zu entspannen. Spät nachmittags komme ich im Süden der Insel an und checke im Beach Jungle Hostel ein. Super netter Gastgeber, großer Schlafsaal mit weichen Betten und außerdem werden Box- und Fitnesskurse angeboten. So einen Kurs will ich auf jeden Fall machen. Aber jetzt muss zuerst der Hunger gestillt werden. Dann ist es auch schon dunkel. Der Strand muss also auf morgen warten. 


Ich drehe eine Runde durch’s Zentrum, wo sich Bar an Bar reiht. Aus jeder tönt laute Musik, aber die Kundschaft lässt sonntags anscheinend auf sich warten. Trotzdem ist es wohl nicht so ruhig hier wie aufgrund des Namens vermutet. Nach einem Bier inklusive Feuershow zurück ins Hostel. Dort sitzen vor dem Doorm zwei junge Leute, die mir gleich einen Drink anbieten. Meine besten Freunde für die nächsten drei Tage. 


Am Morgen empfehlen sie mir eine kleine Bäckerei, geführt von einem Italiener. Dort frühstücken wir die kommenden Tage, denn es gibt endlich wiedermal einen guten italienischen Kaffee. Ich verbringe einen ganz entspannten Tag am Strand. Abends überwinde ich wiedermal meinen inneren Schweinehund und ziehe meine Laufschuhe an. 10km die Straße entlang Richtung Süden mit teils heftigen Steigungen. Sogar die ansonsten gut laufenden 125ccm Motorroller tun sich hier schwer. Ganz schon anstrengend, da ich seit zwei Monaten gar keinen Sport mehr gemacht habe. Aber es tut unendlich gut, es geschafft zu haben. 


Nach der dringend benötigten Dusche treffe ich wieder die anderen. Unsere Gruppe hat sich inzwischen auf sechs Leute erweitert. Davon drei Italiener, deshalb wollen wir uns eine Pizza gönnen. Aber mehr als ein Appetizer wird es nicht, denn in der Pizzeria gibt es nur noch zwei Pizzas und zwei Portionen Lasagne, die wir uns teilen. Diese schmecken allerdings sehr gut. 


Am nächsten Morgen kriege ich familiären Besuch aus Hamburg. Wir frühstücken alle zusammen und machen uns dann auf den Weg zum Wasserfall. Dort kann man wunderbar baden, sich von überraschend großen Fischen beknabbern lassen oder einfach nur Sonne tanken. Wir genießen die Zeit hier einfach nur. Dann fahren wir weiter zum Whute Sand Beach, der noch etwas schöner ist als der in Lonley Beach. Kurz entspannen, dann fahren wir zurück in eine gemütliche Strandbar am Lonley Beach. Bester Platz, um bei einem Cocktail den Sonnenuntergang zu genießen. Ein toller Moment. 


Am nächsten Morgen beim Frühstück verabschiedet sich dann einer nach dem anderen. Bis auf zwei zieht es uns alle am selben Tag weiter. Vielleicht kreuzen sich unsere Wege ja irgendwann wieder.

Hostel life in Nha Trang

Acht Stunden Zugfahrt und ein halbstündiger Fußmarsch durch Nha Trang, treffen wir im Mojzo Dorm ein. Wir werden supernett empfangen, Begrüßungsgetränk inklusive. Nach dem Einchecken suchen wir die nächste Bar auf für einen Snack und ein Bier. Dann legen wir uns auch schon schlafen. Es sollte die nächste unvergessliche Nacht werden. Nur so viel: Wir hatten Angst und konnten die restliche Nacht kein Auge mehr zu machen. Am Ende kamen wir mit dem Schrecken davon, aber erklären können wir uns das Erlebte immer noch nicht.

Nach dem Frühstück wollen wir uns das Meer anschauen, aber die Lust darauf vergeht uns prompt. Das Wasser unterscheidet sich kaum vom Sandstrand, beides ockergelb. Die Farbe des Wassers und das Treibgut am Strand hat wohl der Taifun verursacht. Schade, aber was will man machen? Bei einer Kokosnuss im Sailing Club Nha Trang versuchen wir nochmals Licht ins dunkel der letzten Nacht zu bringen. Aber der Schleier der Ungewissheit über uns verzieht sich nicht.

Was hilft dagegen? Richtig, essen! Wir gehen zum Griechen Pita GR, wo wir nach einem typisch griechischen Hautprgericht eine Scheibe “kalten Hund“ (kein BBQ) aufs Haus serviert bekommen. Sehr aufmerksam. 

Zurück im Hostel ist auch schon tea time. Gratis Tee und dazu Cracker. Da kommt man schnell mit anderen Gästen ins Gespräch. Beim “free beer“ auf dem rooftop werden die Gespräche intensiviert und im Anschluss gehen wir alle zusammen zum Dinner auf den Nachtmarkt. Zurück im Mojzo Dorm bringen uns die beiden Bayern das Kartenspiel shitheat bei. Wenn man es erstmal drauf hat, macht es echt Laune. Schließlich legen wir uns dann doch in unsere Betten und hoffen auf eine ereignislosere Nacht.

Die Nacht war sehr viel erholsamer als die letzte. So kann ich auch das Frühstück besser genießen. Brot, Pancakes, verschiedene Aufstriche, frisches Obst, dazu Kaffee, Tee und passion juice. Nicht schlecht dafür, dass es inklusive ist. Den Tee und das Freibier nicht zu vergessen, für den Preis echt unschlagbar.

Checkout um 12 Uhr, dann setzen wir uns zu unseren Bayrischen Freunden in die Lobby und versuchen Pläne für den Nachmittag zu schmieden. Da es gerade nicht regnet, gehen wir zur Long Son Pagode. Eine Kanadierin und ein Schwede schließen sich uns an. Auf einem kleinen Hügel steht dort ein riesiger weißer Buddha. Und wir sind froh, dass da oben eine leichte Brise weht. Die Treppen hinauf bei dem schwülen Wetter hatten es in sich. 

Nach dem gemeinsamen Lunch ist auch schon wieder Zeit für tea und free beer. Da haben uns die beiden Bayern gerade verlassen (sie fahren weiter) kommen auch schon die nächsten drei. Vor zwei Stunden eingecheckt, buchen sie schon wieder den Weiterflug noch am selben Abend. Hätten sie mal vorher den Wetterbericht gelesen. Spontan genug sind sie ja. 

So macht das Reisen Spaß. Man lernt viele neue Leute kennen, verbringt Zeit mit ihnen und verbessert dazu seine holprigen Englisch-Kenntnisse. 

Nach einem kleinen Abendessen werden wir dann auch abgeholt. Eine zehnstündige Busfahrt nach Ho-Chi-Minh City (Saigon) wartet auf uns. 

Das “echte“ Vietnam und Backpacker lifestyle in Hue

Eine elfstündige Fahrt mit dem Nachtbus von Ninh Binh nach Hue wartet auf uns. Zum Glück ist es ein Liegebus mit dem wir fahren und wir können ein paar Stündchen schlafen, Rotlicht inklusive. Die Liegen scheinen allerdings eher für den asiatischen Durchschnittsbürger gemacht.

Nicht gerade ausgeschlafen kommen wir in Hue an. Zu allem Überfluss regnet es auch noch. Kaffee muss her, vietnamesisch, schwarz mit kondensierter Milch. Unsere Rucksäcke im Sunny A Hostel abgegeben, drehen wir eine Runde durch die Stadt. Aber was kann man in Hue anschauen bzw. machen? Tempel, Zitadellen und Pagoden haben wir vorerst genug gesehen. 

Also wieder auf den Markt, wo sich das Leben der Gegenwart abspielt. Neben den üblich gehandelten Waren fallen und hier  Fleisch und Fisch auf. Und mehr oder weniger lebendige Tiere, die in viel zu kleinen Käfigen eingesperrt sind und wohl ihre letzten Minuten runterzählen. Gemütlich durch schlendern ist hier nicht. Vietnamesen brettern mit ihre Mopeds zwischen den Ständen durch, eine Hand voll Hühner an den Beinen zusammengebunden und übers Lenkrad gehängt. Es wird gehupt und bevor man sich versieht, stolpert man schon über einen Sack frischen Kurkuma. Aber wir sind ja in Vietnam, um das “echte“ Leben hier kennenzulernen und genießen den ganzen Trubel auch irgendwie. 

Im Park am Ufer des Parfümflusses liegt ein kleiner schöner Park mit einer Gruppe von Tieren aus Stein gemeißelt. Wir genießen den Moment der Ruhe im Park. Auf dem Weg in unser Zimmer kommen wir an einem schön inszenierten Stickereimuseum vorbei. Die “Bäume“ sind schön gestaltete Holzpfähle mit bepflanzten Wannen, dazu verschiedene Figuren aus Holz und bunten Fäden und immer wieder kleine Highlights. Sehr kreativ.

Dann sind wir doch froh, als wir in unser Zimmer dürfen um ein wenig auszuspannen. Inzwischen ist es dunkel. Wir schlendern gemütlich über den Nachtmarkt. Ein paar Stände mit typischen Souveniers: spitze Strohhüte, Reisschalen, Essstäbchen, Papierlaternen und Schmuck. Ein Künstler fasziniert uns, der auf dem Gehweg sitzend Bilderbuchszenen von Hue malt. Jeder Pinselstrich und -tupfer auf der Leinwand sitzt. Keine zehn Minuten und das Bild ist fertig. Schön.

Am Parfümfluss entlang sehen wir immer mehr andere Backpacker. Schließlich landen wir im Backpackerviertel. Hostels, Pubs, Restaurants, dazwischen ein paar Shops. Aus allen Richtungen ertönt Musik, die gute Stimmung ergreift uns. Im Tipsy essen wir die definitiv beste Pizza Vietnams, dazu ein Bierchen. So lässt es sich doch aushalten. 

Auf dem Rückweg hören wir laute Clubmusik. Ein Bier können wir uns schon noch genehmigen. Biergarten mit DJane, umgeben von Papierlaternen und.eine Videowall im Hintergrund, warum nicht?