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Das “echte“ Vietnam und Backpacker lifestyle in Hue

Eine elfstündige Fahrt mit dem Nachtbus von Ninh Binh nach Hue wartet auf uns. Zum Glück ist es ein Liegebus mit dem wir fahren und wir können ein paar Stündchen schlafen, Rotlicht inklusive. Die Liegen scheinen allerdings eher für den asiatischen Durchschnittsbürger gemacht.

Nicht gerade ausgeschlafen kommen wir in Hue an. Zu allem Überfluss regnet es auch noch. Kaffee muss her, vietnamesisch, schwarz mit kondensierter Milch. Unsere Rucksäcke im Sunny A Hostel abgegeben, drehen wir eine Runde durch die Stadt. Aber was kann man in Hue anschauen bzw. machen? Tempel, Zitadellen und Pagoden haben wir vorerst genug gesehen. 

Also wieder auf den Markt, wo sich das Leben der Gegenwart abspielt. Neben den üblich gehandelten Waren fallen und hier  Fleisch und Fisch auf. Und mehr oder weniger lebendige Tiere, die in viel zu kleinen Käfigen eingesperrt sind und wohl ihre letzten Minuten runterzählen. Gemütlich durch schlendern ist hier nicht. Vietnamesen brettern mit ihre Mopeds zwischen den Ständen durch, eine Hand voll Hühner an den Beinen zusammengebunden und übers Lenkrad gehängt. Es wird gehupt und bevor man sich versieht, stolpert man schon über einen Sack frischen Kurkuma. Aber wir sind ja in Vietnam, um das “echte“ Leben hier kennenzulernen und genießen den ganzen Trubel auch irgendwie. 

Im Park am Ufer des Parfümflusses liegt ein kleiner schöner Park mit einer Gruppe von Tieren aus Stein gemeißelt. Wir genießen den Moment der Ruhe im Park. Auf dem Weg in unser Zimmer kommen wir an einem schön inszenierten Stickereimuseum vorbei. Die “Bäume“ sind schön gestaltete Holzpfähle mit bepflanzten Wannen, dazu verschiedene Figuren aus Holz und bunten Fäden und immer wieder kleine Highlights. Sehr kreativ.

Dann sind wir doch froh, als wir in unser Zimmer dürfen um ein wenig auszuspannen. Inzwischen ist es dunkel. Wir schlendern gemütlich über den Nachtmarkt. Ein paar Stände mit typischen Souveniers: spitze Strohhüte, Reisschalen, Essstäbchen, Papierlaternen und Schmuck. Ein Künstler fasziniert uns, der auf dem Gehweg sitzend Bilderbuchszenen von Hue malt. Jeder Pinselstrich und -tupfer auf der Leinwand sitzt. Keine zehn Minuten und das Bild ist fertig. Schön.

Am Parfümfluss entlang sehen wir immer mehr andere Backpacker. Schließlich landen wir im Backpackerviertel. Hostels, Pubs, Restaurants, dazwischen ein paar Shops. Aus allen Richtungen ertönt Musik, die gute Stimmung ergreift uns. Im Tipsy essen wir die definitiv beste Pizza Vietnams, dazu ein Bierchen. So lässt es sich doch aushalten. 

Auf dem Rückweg hören wir laute Clubmusik. Ein Bier können wir uns schon noch genehmigen. Biergarten mit DJane, umgeben von Papierlaternen und.eine Videowall im Hintergrund, warum nicht? 

“Good bye“ in Ninh Binh

Nach zwei Tagen, an denen wir früh raus mussten, schlafen wir am letzten Tag in Ninh Binh aus. Nach dem Check-out und einem Kaffee drehen wir eine Runde durch die Stadt. Auf dem Markt wird alles verkauft, was man sich vorstellen kann. Das frische Obst und Gemüse leuchtet in bunten Farben. Dazwischen gibt es Kleidung, Haushaltsartikel, Elektrogeräte. Die Stände sind vollgepackt und es gibt viel zu entdecken. In die Markthalle mit Fisch und Fleisch begeben wir uns nicht. Der Geruch beim Vorbeigehen am Eingang reicht uns.

Zum Mittagessen, wie könnte es anders sein, wieder ins Coffee Phong. Das Essen schmeckt und es ist gemütlich. Und man kennt uns inzwischen. Am Nachmittag verlässt die Mutter das Lokal und gibt uns Bescheid, dass sie die Zweijährige vom Kindergarten abholt. Kurz darauf spaziert sie herein. Anfangs noch recht müde, taut sie nach kurzer Zeit auf und unterhält uns wieder. Vielleicht ist es die Wirkung des Kaffees (Oder ist es doch nur Tee mit Milch?), den sie aus der Tasse löffelt, auf den zweiten Löffel fließen lässt und damit in den Mund befördert. Zumindest einen Teil davon. Dazwischen kriecht sie immer wieder mal über den Tisch oder klettert über die Bänke. Und wir passen auf, dass das teils noch recht ungeschickte Mädchen nicht hinunter fällt.

Dann müssen wir uns auch schon verabschieden. “Good bye“ haben ihr die etlichen Backpacker hier schon beigebracht. Good bye und danke für die schönen Stunden. Wir werden dich vermissen.

Fahrradtour durch Mai Chau

Nach einer der schlimmsten Nächte meines Lebens und einem dürftigen Frühstück leihen wir uns ein Fahrrad, um die Gegend zu erkunden. Zuerst geht es die Hauptstraße Mai Chaus entlang, links und rechts der Sonntagsmarkt. In der Mitte brausen Mopeds durch, und wir mit unserem wackeligen Drahtesel. Jetzt erleben wir die Straßen von Vietnam erstmals am eigenen Leib. 

In Pom Coong reiht sich ein Homestay ans nächste und jedes einzelne sieht besser aus als das, in dem wir unsere Nacht verbrachten. Egal, die Sonne scheint und wir genießen die Natur. 

Vor und unter den Stelzenhäusern sind Verkaufsstände von Stoffen, Kleidern und den verschiedensten Holzgegenständen. Eine wahre Farbenpracht inmitten der Reisfelder und wild bewachsener Hänge. 

Hier ließe es sich auch gerne länger aushalten aber noch eine so kalte und furchteinflößende Nacht muss nicht sein. In Ninh Binh, unserer nächsten Station, soll es auch schön sein.