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Nichts als Strand und Party auf Maui

Im Tiki Beach Hostel angekommen, setzen wir uns auf der Terrasse zu den anderen. Dort finden wir gleich neue Freunde. Einige davon arbeiten auch im Hostel für kostenlose Unterkunft. Was uns gleich auffällt, ist die überragende “Frauenquote“. Wir drei Jungs sitzen mit zehn Mädels in der Lounge. Deshalb beschließen wir auch vor unserer ersten Nacht im Hostel, dass wir länger als die gebuchten zwei Nächte bleiben wollen. Da kein Zimmer mehr frei ist, ziehen wir nach den ersten beiden Nächten ins Zelt.

Die nächsten Tage wollen wir einfach mal entspannen, nachdem wir in den letzten Wochen fast täglich etwas unternommen haben und mit dem Auto weiter gefahren sind. Deshalb passt es auch perfekt, dass der Strand nur 50 Meter vom Hostel entfernt ist. So pendeln wir zwischen Hostel und Strand, trinken abends ein paar Bierchen oder gehen einen Fischburger essen.

Dann kommt ein frisch gebackener Arzt aus Mainz ins Hostel und es ist aus mit der Ruhe. Morgens nach dem Frühstück drückt er uns schon das erste Bier in die Hand und so geht es dann den ganzen Tag weiter, bis spät nachts. Party am Strand, dann zurück im Hostel und zum Sterne schauen wieder am Strand. Und am nächsten Tag das selbe Spiel. Zwei Tage ohne einen Schluck Wasser, nur morgens eine Tasse Kaffee und Bier. Bis unsere Biermarke im Supermarkt ausverkauft war.

So passiert auch schon mal das eine oder andere Ungeschick. Einmal wollen wir unserem Kollegen beim Surfen ein Bier bringen, fahren mit dem Kajak hinaus und zu ihm hin. Dann erwischt uns eine Welle und wir brechen ihm mit der Spitze des Kajaks zwei Rippen. Am nächsten Tag versenken wir unsere GoPro auf dem Meeresgrund, als wir mit dem Kajak kentern. Dieses Gefährt rühren wir lieber nicht mehr an.

Die letzten Tage auf Maui unternehmen wir dann doch noch etwas. Mit zwei Mädels leihen wir uns einen Van und machen damit die Road to Hana. Über eine abenteuerliche Straße fahren wir ans andere Ende der Insel. Mehr als 50 Brücken überqueren wir dabei, häufig sind sie nur einspurig befahrbar. Wenn man Bergstraßen gewohnt ist, kein Problem. Aber anscheinend sind das nicht alle Verkehrsteilnehmer hier. Dabei machen wir an verschiedenen Wasserfällen Halt, wo wir uns Abkühlung verschaffen.

Am nächsten Tag fahren wir zum Black Rock Beach. Wir klettern gleich über die Klippen hinaus und springen aus etwa 7 Metern ins kristallklare Wasser. Und nochmal, und nochmal, und nochmal.

Am letzten Tag auf Maui werden wir von den kürzlich in Kalifornien kennen gelernten Schweizern vom Tiki Beach Hostel abgeholt. Dafür müssen wir uns schweren Herzens von unseren neu gewonnenen Freunden verabschieden.

Wir fahren über die Insel, schauen Kitesurfern zu, beobachten Schildkröten am Strand, bestaunen einen Surfwettkampf zwischen Jugendlichen und spielen Volleyball am Strand.

Vom Nest in den Hafen

Mit der Fähre überschippere ich von Coron nach El Nido. Es mutet tatsächlich ein wenig wie ein Nest an, mit den steil aufragenden Felsen. Zum Sonnenuntergang setzt man sich am besten in eine der Strandbars, die mit Happy Hour locken. Bei einem Cocktail treffe ich dann auch meinen Kumpel und seine Freunde wieder. Da es der letzte Abend seiner langen Reise ist, schöpfen wir ihn voll aus.

Am nächsten Tag ist deshalb faulenzen angesagt. Der Strand direkt in El Nido ist zwar nichts besonderes, trotzdem lässt es sich gut aushalten. Tagsüber sind viele bei einer der verschiedenen Insel-Hopping-Touren, deshalb findet man genug Platz im Schatten für sein Strandtuch. Wenn es sich nicht einer der Hunde zu eigen machen will.

Be graceful

Den letzten Tag im von Spaniern und Südamerikanern bevölkerten El Nido gehe ich ähnlich gemächlich an. Mittags stehe ich für eine leckere Smoothiebowl in der prallen Sonne Schlange, bevor abends wieder etwas Sport auf dem Plan steht. Tabata auf der Dachterrasse des Hostels.

Start today to be the person you want to be tomorrow.

Am nächsten Morgen geht die Reise auch schon weiter nach Port Barton, bei strömendem Regen. Das tut der Eile des Fahrers aber keinen Abbruch, bis wir plötzlich auf nassem Lehmboden zum Drift ansetzen. Aber er scheint immer noch Spaß daran zu haben, während sich seine Fahrgäste hinten festkrallen. Wir kommen schließlich gut in Port Barton an, wo die “Straßen“ auch aus Sand, Steinen und Schlaglöchern bestehen. Strom gibt’s im Hostel für einige Stunden am Abend. Dann muss man aber auch mit Stromausfall rechnen.

Dort muss ich erstmal arbeiten, an meiner Bräune. Zum Sonnenuntergang darf’s dann wieder ein Drink in einer der Strandbars sein. Vor dem Abendessen tue ich dann meinem Körper etwas Gutes mit einigen Dehn- und Mobilisationsübungen.

Your body is your temple.

Den folgenden Tag verbringe ich auf bzw. im Wasser. Ich mache eine Island-Hopping-Tour rund um Port Barton. Wir schnorcheln über Korallen mit bunten Fischen und essen und entspannen dazwischen immer wieder an einsamen Stränden. Absolutes Highlight ist die Begegnung mit einer riesigen Schildkröte, die mir genau vor die Linse schwimmt.

An einer etwa 10m² großen Sandbank mitten im Meer treffen wir dann auch noch auf einige Seesterne. Sie liegen tiefenentspannt im kristallklaren Wasser und lassen sich von der Touristenhorde nicht aus der Ruhe bringen.

Den folgenden Tag mache ich mich auf festem Untergrund auf zu einem nahegelegenen Wasserfall. Da es nicht der bekannte Wasserfall ist, zu dem ich eigentlich vor hatte zu gehen, bin ich ganz alleine da. Deshalb nutze ich die Gelegenheit, um unbeobachtet einige neue Kraft- und Mobilisationsübungen auszuprobieren.

Nothing will change until you change.

Danach mache ich mich auf den Weg zum nahegelegenen Strand. Dort gibt’s ein kleines Restaurant mit 3 Tischen, wo ich einen köstlichen Fisch und zum Nachtisch eine gegrillte Banane genieße. Mit Blick auf den einsamen Strand und das Meer. Als dann doch noch ein paar Seelen auftauchen, suche ich mir ein schattiges Plätzchen am Strand entlang und lausche nichts außer dem Rauschen der Wellen.

Enjoy your life, you only have one.

Nach dem obligatorischen Drink bei Sonnenuntergang (Bier für €0,78 und dazu gratis Erdnüsse und einen Cuba Libre) steht die nächste Serie meines Liegestütze-Trainingsplans an. Da die ersten Tage und Wochen noch recht einfach sind, verwende ich zusätzlich ein Widerstandsband.

Give yourself challenges and complete them.

Jahreswechsel in Saigon

Wir schlafen wiedermal aus, müssen ja am Abend fit sein. Dann drehe ich eine Runde durch die Stadt. In der Bui Vien Street wird gerade die Bühne für die Silvesterparty aufgebaut. Ich setze mich davor in eine Bar und beobachte das Geschehen. Immer wieder mal ertönt für einige Sekunden laute Musik, ein Vorgeschmack auf den Abend. Weiter zum Mekong Fluss, an dem entlang ein kleiner Park verläuft. Hier geht es etwas ruhiger zu. Dazu scheint die Sonne, herrlich. Dann bin ich auch schon an der Nguyen Hue Walking Street. Eine je zweispurige Straße umgibt den Fußgängerweg. Dort steht schon eine ziemlich beeindruckende Bühne. Hier wird heute Abend eine der größten Partys Vietnams stattfinden, Lights 2018. Auf einer Videowall läuft der Countdown runter, noch sieben Stunden. Der Boulevard ist schon recht gut besucht. Die Leute können es anscheinend kaum noch erwarten. Aber das ist noch gar nichts. Am Abend werden uns hier noch ganz andere Menschenmassen erwarten. 

Zurück im Snow House machen wir uns dann auch schon fertig für die Sause am Abend. Wir haben uns über Facebook mit einem Pärchen aus dem Raum Frankfurt und einer Oberösterreicherin verabredet, gemeinsam zu feiern. Mehr Leute, mehr Spaß. Nach einem schnellen Abendessen treffen wir uns in der Bui Vien Street und laufen von dort in Richtung Nguyen Hue Boulevard. Am Flussufer reihen sich die Motorräder auf. Die Vietnamesen wollen das Feuerwerk anscheinend vom Sitz ihres Rollers aus bestaunen. Ein Stückchen weiter sind die Straßen dann für den Verkehr gesperrt. Dort sitzen unzählige Menschen auf der Straße, sodass es kaum ein Durchkommen gibt. Bald stellen wir fest, dass es hier nirgends etwas zum Trinken gibt. Auf der Suche nach einem Supermarkt quetschen wir uns durch, oder lassen uns, besser gesagt, einfach in der Menge treiben. Wahnsinn, was hier los ist.

Irgendwann finden wir dann auch einen Minimarkt, wo das Durchquetschen weiter geht. Erstaunlicherweise kaufen die meisten Asiaten hier nur Saft und Chips. Wir hingegen bleiben beim Bier und probieren ein koreanisches Getränk, das uns empfohlen wurde. Dann setzen wir uns auch an den Straßenrand und beobachten die Leute. Und dann war es soweit, die letzten 10 Sekunden des Jahres werden herunter gezählt. Bäm, 2018. Feuerwerk 20 Minuten lang, dazu Beats von den Black Eyed Peas. Es ist nämlich apl.de.ap, einer der Sänger der Black Eyed Peas, als Hauptact auf der Bühne. Um bessere Sicht zu haben, kämpfen wir uns in die Mitte vor und so weit wie möglich nach vorne. Jetzt haben wir die Bühne und die Lichtershow bestens im Blick. 

Über die Vietnamesen sehen wir ja problemlos drüber. Nur das ein oder andere Handy auf einem Selfie-Stick trübt unseren Ausblick. Zudem kriegen wir hier oben immer mal wieder den Hauch einer frischen Brise zu spüren. Denn es ist heiß in der Menge und alle schwitzen. Dafür geht hier richtig die Post ab. Feiern können sie anscheinend. Es kommt mir so vor, als wären wir hier das Highlight neben apl.de.ap. Die Vietnamesen feiern uns und machen unzählige Fotos und Videos. Kultur, Sprache, Gesellschaftsschicht, alles egal, wenn’s ums Feiern geht. Geile Mucke, tolle Lichtshow, wahnsinns Stimmung. Ein unvergesslicher Jahreswechsel.

Sonne und Strand an Heiligabend

Am zweiten Tag in Hoi An keine Wetterbesserung in Sicht. Wir wollen das beste daraus machen, leihen wir uns von unserem Gastgeber zwei Fahrräder und radeln damit zum Strand. Zum Glück ist die Straße eben und der Strand nicht allzu weit entfernt. Die Räder klappern und wackeln nämlich ganz schön. Dort essen wir in einer kleinen Strandbar zu Mittag und genehmigen uns dazu eine Kokosnuss.

Und tatsächlich dauert es nicht lange, bis sich die Wolken verziehen und die Sonne zum Vorschein kommt. Zeit für einen Strandspaziergang. Nicht der schönste Strand, den ich je gesehen habe, aber wir genießen jetzt erstmal die wärmenden Sonnenstrahlen auf unserer Haut. Die als Weihnachtsmann verkleideten Menschen erinnern uns dann wieder, dass Heiligabend ist. 

Abends machen wir uns wieder auf den Weg in die Altstadt. Von Besinnlichkeit und Stille ist aber wenig  zu spüren. Roller stauen sich auf den Straßen und hupen. Teilweise sitzen ganze Familien drauf und holen sich an den Städten am Straßenrand Weihnachtsmann-Luftballons und -Kostüme. Von der katholischen Kathedrale tönt laute Musik, als wäre gerade ein Festival im Gange. Das kennen wir zuhause anders, aber wir sind ja hier, um fremde Kulturen zu erleben.

Als wir den Parcours geschafft haben, suchen wir uns ein nettes Restaurant für unser Heiligabend Dinner. Zur Feier des Tages gönnen uns ein schickes Essen im Little Faifo. Ein feuchtes Tuch, um sich vor dem Essen die Hände abzuwischen, die Serviette wird uns fein säuberlich auf den Schoß gelegt. Das Bier (zu so einem Mahl hätte es eigentlich ein gutes Glas Wein sein können) wird von zwei Kellnerinnen synchron am Tisch ausfgeschenkt. Die Hauptspeise ist schon sehr lecker, wird aber vom Nachtisch übertrumpft. 

Nach dem Essen ein kleiner Veradauungsspatzziergang zum Fluss. Auf der anderen Seite der bunt leuchtenden Brücke erwarten wir das selbe Bild. Gemütlich dahin schlendernde Menschen umgeben von Lichterketten und Laternen. Aber weit gefehlt. Es leutchtet zwar aus allen Richtungen, aber nur wenige Meter weiter ertönt laute Partymusik. Die Bars sind voll und auch auf der Straße davor feiert die Menge. Wir setzen uns ins Freaky Monkey, wo es ein kleines bisschen gemütlicher her geht. “Party all night, sleep all day“ lautet deren Motto. Wir gönnen uns einen Cocktail und beobachten das bunte Treiben. Auch so kann man Weihnachten feiern. Andere Länder, andere Sitten und wir passen uns dem gerne an. 

Das “echte“ Vietnam und Backpacker lifestyle in Hue

Eine elfstündige Fahrt mit dem Nachtbus von Ninh Binh nach Hue wartet auf uns. Zum Glück ist es ein Liegebus mit dem wir fahren und wir können ein paar Stündchen schlafen, Rotlicht inklusive. Die Liegen scheinen allerdings eher für den asiatischen Durchschnittsbürger gemacht.

Nicht gerade ausgeschlafen kommen wir in Hue an. Zu allem Überfluss regnet es auch noch. Kaffee muss her, vietnamesisch, schwarz mit kondensierter Milch. Unsere Rucksäcke im Sunny A Hostel abgegeben, drehen wir eine Runde durch die Stadt. Aber was kann man in Hue anschauen bzw. machen? Tempel, Zitadellen und Pagoden haben wir vorerst genug gesehen. 

Also wieder auf den Markt, wo sich das Leben der Gegenwart abspielt. Neben den üblich gehandelten Waren fallen und hier  Fleisch und Fisch auf. Und mehr oder weniger lebendige Tiere, die in viel zu kleinen Käfigen eingesperrt sind und wohl ihre letzten Minuten runterzählen. Gemütlich durch schlendern ist hier nicht. Vietnamesen brettern mit ihre Mopeds zwischen den Ständen durch, eine Hand voll Hühner an den Beinen zusammengebunden und übers Lenkrad gehängt. Es wird gehupt und bevor man sich versieht, stolpert man schon über einen Sack frischen Kurkuma. Aber wir sind ja in Vietnam, um das “echte“ Leben hier kennenzulernen und genießen den ganzen Trubel auch irgendwie. 

Im Park am Ufer des Parfümflusses liegt ein kleiner schöner Park mit einer Gruppe von Tieren aus Stein gemeißelt. Wir genießen den Moment der Ruhe im Park. Auf dem Weg in unser Zimmer kommen wir an einem schön inszenierten Stickereimuseum vorbei. Die “Bäume“ sind schön gestaltete Holzpfähle mit bepflanzten Wannen, dazu verschiedene Figuren aus Holz und bunten Fäden und immer wieder kleine Highlights. Sehr kreativ.

Dann sind wir doch froh, als wir in unser Zimmer dürfen um ein wenig auszuspannen. Inzwischen ist es dunkel. Wir schlendern gemütlich über den Nachtmarkt. Ein paar Stände mit typischen Souveniers: spitze Strohhüte, Reisschalen, Essstäbchen, Papierlaternen und Schmuck. Ein Künstler fasziniert uns, der auf dem Gehweg sitzend Bilderbuchszenen von Hue malt. Jeder Pinselstrich und -tupfer auf der Leinwand sitzt. Keine zehn Minuten und das Bild ist fertig. Schön.

Am Parfümfluss entlang sehen wir immer mehr andere Backpacker. Schließlich landen wir im Backpackerviertel. Hostels, Pubs, Restaurants, dazwischen ein paar Shops. Aus allen Richtungen ertönt Musik, die gute Stimmung ergreift uns. Im Tipsy essen wir die definitiv beste Pizza Vietnams, dazu ein Bierchen. So lässt es sich doch aushalten. 

Auf dem Rückweg hören wir laute Clubmusik. Ein Bier können wir uns schon noch genehmigen. Biergarten mit DJane, umgeben von Papierlaternen und.eine Videowall im Hintergrund, warum nicht?