Zum Inhalt springen

“Thank you for your respect.“

Einfache Worte, die mir aber zu denken gegeben haben.

Ich bin der einzige Gast der Strandbar und auch am restlichen Strand sind kaum Touristen unterwegs. Kaum verwunderlich also, dass mich ein Souvenierverkäufer nach dem anderen anspricht. Armbänder, Sonnenbrillen, T-Shirts. Teilweise sitzen bzw. stehen drei von ihnen gleichzeitig bei mir am Tisch.

Sie alle sind freundlich, zeigen Interesse an meiner Herkunft und meiner Reise. Man kann sich gut mit ihnen unterhalten, ohne dass sie zu aufdringlich sind. Kauft man etwas, sieht man ihnen die Freude aus den Augen strahlen.

Einer von ihnen ist mir im Gedächtnis geblieben. Wir unterhalten uns keine 5 Minuten lang; woher ich komme, wo ich schon überall war und in welchem Hostel ich unterkomme. Dann bietet er mir seine Armbänder an. Ich lehne dankend ab. Und er bedankt sich bei mir für meinen Respekt, mit einem Lächeln im Gesicht!

“Thank you for your respect.“

Sollte Respekt nicht selbstverständlich sein? Egal mit wem man es zu tun hat? Sie machen nur ihren Job, wollen Geld verdienen, um sich und ihre Familien zu versorgen. Dabei sind sie weder aufdringlich noch forsch. Im Gegenteil. Sie sind stets freundlich und versprühen gute Laune.

Und das, obwohl sie genau wissen, dass sie an solchen Tagen nicht genug verdienen werden. Wir Touristen feilschen um jeden Cent, obwohl die Souveniers für unsere Verhältnisse eh schon spottbillig sind.

Dabei sollte respektvolles Verhalten das Mindeste sein, ob man etwas kaufen will oder nicht. Damit respektvolles Verhalten zum Standard gehört und sich die freundlichen Männer nicht extra dafür bedanken müssen. Ich denke, jeder sollte mal kurz darüber nachdenken und sein eigenes Verhalten reflektieren.