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It’s Vegas baby

Das nächste Abenteuer beginnt.

Um 3:20 Uhr nachts startet unser Bus. Da macht es auch keinen Sinn, vorher etwas zu schlafen. Mit dem Bus fahren mein Kumpel und ich dann nach München, um dort in den Flieger zu steigen. 12 Stunden später befinden wir uns im Landeanflug, unter uns nichts als Sand und Felsen. Und dann steigen wir in einer Großstadt der Superlative aus. Alles ist drei Nummern größer, als wir es kennen. Das ist Las Vegas.

In den nächsten zwei Tagen laufen wir den “Strip“, den Las Vegas Boulevard, auf und ab und bestaunen dabei die außergewöhnliche Architektur der Hotels. Vor einem ankern die Gondeln, wie in Venedig. Vor dem nächsten steht ein Eifelturm und vor dem nächsten die Freiheitsstatue. Venedig, Paris, New York, Ägypten, 1001 Nacht; in jedem Hotel taucht man in eine andere Welt ein.

Eines haben alle Hotels auf dem Strip gemeinsam: Gleich am Eingang befindet sich das Casino. Die Verführung ist also allseits gegeben. Und auch wir versuchen unser Glück und können letzten Endes sogar mit einem kleinen Plus Sin City verlassen. Bisher hat sich die Reise also gelohnt.

Ein must-do ist der Besuch des Stratosphere Towers. Die Plattform des höchsten Aussichtsturmes der USA liegt auf der 109. Etage. 350 Meter hoch über dem Strip hat man einen wundervollen Ausblick über die Wüstenstadt, vor allem, wenn man sich zum Sonnenuntergang hier einfindet.

Für Adrenalin pur sorgt die Fahrt mit der Schaukel an einem riesigen mechanischem Arm, genannt Insanity, der uns 20 Meter außerhalb des Turmes im Kreise dreht.

Auszeit

Tausende Jugendliche und junge Erwachsene nehmen sich nach der Oberschule oder nach dem Studium eine Auszeit, um die Welt zu bereisen. Sie wollen fremde Länder und Kulturen kennenlernen und dadurch sowohl ihre sprachlichen Fähigkeiten, als auch ihren Horizont erweitern und fürs Leben lernen.

Nicht alle haben den Mut und das nötige Kleingeld, sich einen mehrmonatigen Auslandsaufenthalt zu gewähren. Kurz nach Abschluss der Schulausbildung haben die meinsten nur in den Ferien für wenige Wochen gearbeitet und das dabei verdiente Geld war wahrscheinlich schneller weg als gedacht. Deshalb ist es auch nur verständlich, dass viele junge Leute den Weg ins Berufsleben einschlagen und sich auf ihr erstes fixes Einkommen freuen.

Ähnlich war es auch bei mir. Ich habe kurz nach der Oberschule meinen damaligen Wunschberuf gefunden, der mir Spaß gemacht hat und wo ich mich schnell eingelebt hatte. Damals habe ich keinen Gedanken an ein Sabbatjahr, eine Weltreise oder an Work&Traveling verschwendet. Meine Prioritäten waren andere.

Durch Erzählungen von Freunden haben sich die Gedanken daran nach und nach eingeschlichen. Gleichzeitig hat sich im Beruf eine Routine entwickelt, die meine persönliche Entwicklung gebremst hat. Und auch die wenigen Wochen Urlaub haben ihren Effekt verloren, die Freude am Arbeiten wieder zu steigern. Nach fünf Jahren am Schreibtisch kam schließlich der Gedanke, diesen Lebensabschnitt zu beenden.
Ein Jahr habe ich diesen Gedanken in mir getragen und er hat mich fast zur Verzweiflung gebracht. Ich wollte etwas ändern in meinem beruflichen Dasein, wusste aber keine Alternative, die mir sinnvoll und vor allem erfüllend erschien. Ich habe alle Möglichkeiten gedanklich durchgespielt und mich durch Foren und Fachlektüre gelesen, bis ich schließlich all meinen Mut zusammengenommen hatte zu kündigen.

Das war vor gerade einmal drei Tagen und ich fühle mich seither erleichtert und frei!
Was ich jetzt mache? Meine Auszeit nachholen, gegen die ich mich nach meiner Schulzeit noch entschieden hatte.

Wenn du nach sechs Jahren Bürojob kündigst, ohne neuen Job in Aussicht und vor allem ohne einen wirklichen Plan für die Zukunft, musst du dich aber auf Gegenwind gefasst machen. Kaum jemand in unserer überregulierten und teilweise engstirnigen Gesellschaft wird deinen Schritt gutheißen. Viele werden zwar deine Überlegungen verstehen, nicht aber den Entschluss, das sichere Einkommen aufzugeben. Aber ich bin immer noch relativ jung, habe in den letzten sechs Jahren etwas Geld auf die Seite legen können und bin ungebunden. Ich habe zuhause keine Verpflichtungen, die mich fesseln würden.

Es ist aber viel mehr als das; ein Schritt in die Freiheit. Neben der Freiheit beim Reisen möchte ich aber auch nachher unabhängig sein und das machen, was mir Spaß macht. Denn wahrscheinlich werde ich früher oder später wieder gezwungen sein, Einkünfte zu generieren. Doch das möchte ich machen wo ich will und wann ich will. Und vor allem sollte es mir Spaß machen. Wie mir das gelingen mag, kann ich noch nicht vorhersagen. Aber ich möchte meine Auszeit nutzen, meinen Kopf frei zu kriegen und um mir Gedanken darüber zu machen. Dann wird sich schon etwas ergeben.